Bremer Windkraftfirma WPD verkauft sein Offshore-Geschäft

Der deutsche Windpionier WPD aus Bremen verkauft sein Offshore-Windkraftgeschäft. Übernommen wird es vom amerikanischen Infrastrukturinvestor Global Infrastructure Partners. WPD konzentriert sich künftig auf seine Onshore-Wind- und Solaraktivitäten.
Das Bremer Unternehmen WPD ist der größte unabhängige deutsche Planer und Erbauer von Windparks an Land und auf hoher See

Das Bremer Unternehmen WPD ist der größte unabhängige deutsche Planer und Erbauer von Windparks an Land und auf hoher See

Foto: Phil Noble / REUTERS

Seit Jahren gab es Interessenten, jetzt will der größte unabhängige deutsche Planer und Erbauer von Windparks an Land und auf hoher See WPD tatsächlich Teile seines Geschäfts verkaufen. Der US-amerikanische Infrastrukturinvestor Global Infrastructure Partners (GPI) übernimmt das Offshore-Windkraftgeschäft des Bremer Windparkunternehmens. Die beiden Unternehmen haben eine endgültige Vereinbarung zur vollständigen Übernahme der WPD offshore durch GIP unterzeichnet, wie WPD am Freitag mitteilte . Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.

Über die Verkaufsabsichten des deutschen Windpioniers hatte manager magazin im Februar berichtet . Insider vermuteten den Offshore-Park Yunlin an der taiwanesischen Küste als Grund für eine Verkauf. Der hätte im September 2020 fertig sein sollen, doch der Bau verzögert sich. Zudem kündigte ein wichtiger Zulieferer die Zusammenarbeit auf.

Die Gesellschaft gehört seit mehr als einem Vierteljahrhundert den beiden Gründern Gernot Blanke (59) und Klaus Meier (57). Die beiden Anwälte zählen zu den reichsten Deutschen. Mit der Übernahme wird Achim Berge Olsen, derzeitige Leitung des operativen Geschäfts von WPD und verantwortlich für das Offshore-Windgeschäft, als CEO den Geschäftsbereich leiten.

WPD-Vorstand Björn Nullmeyer sagte zu dem Verkauf: "wpd war als einer der ersten Entwickler auf dem Offshore-Windmarkt aktiv und die Offshore-Sparte hat sich als Teil der wpd-Gruppe hervorragend entwickelt. Wir blicken auf eine spannende und erfolgreiche Geschäftsentwicklung mit dem wpd-Offshore-Team zurück und freuen uns, dass GIP die einmalige Gelegenheit ergreift und plant, einen globalen Offshore-Windanbieter aufzubauen." Die WPD AG werde ihre Onshore-Wind- und Solaraktivitäten in 30 Ländern in Europa, Asien, Chile und den USA weiter ausbauen. Das Volumen von eigenen operativen Wind- und Solarprojekten, das sich Ende 2021 auf insgesamt 2.500 MW belaufen habe, werde sich bis 2024 verdoppeln.

GIP ist ein führender Infrastruktur-Fondsmanager mit Hauptsitz in New York, der Eigenkapital- und Fremdkapitalinvestitionen in Infrastrukturanlagen und -unternehmen tätigt. Das Unternehmen zielt nach eigenen Angaben auf Investitionen in den Bereichen Energie, Transport, digitale Infrastruktur und Wasser/Abfall ab. Das Portfolio von GIP im Bereich der erneuerbaren Energien umfasst Solar-, Wind-, Wasserkraft- und Batteriespeicheranlagen.

dri