Fußball im TV Streamingportal DAZN sichert sich Champions-League-Rechte

DAZN ist der große Gewinner des Rechte-Deals, der langjährige Fernsehpartner Sky der große Verlierer. Der Fußball verlagert sich damit noch mehr ins Internet.
Königsklasse: Bayern-München-Stürmer Robert Lewandowski (rot) mit den Chelsea-Spieler Mateo Kovacic (unten) und Andreas Christensen im letzten Champions-League-Duell vor der Corona-Pause.

Königsklasse: Bayern-München-Stürmer Robert Lewandowski (rot) mit den Chelsea-Spieler Mateo Kovacic (unten) und Andreas Christensen im letzten Champions-League-Duell vor der Corona-Pause.

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Sven Hoppe/ dpa

Der große Gewinner bei der Vergabe der TV-Rechte für die Fußball-Champions-League ist das Streamingportal DAZN. Der kostenpflichtige Dienst sicherte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für die Spielzeiten 2021/22 bis 2023/24 das umfangreichste Paket. DAZN wird exklusiv 121 von 137 Spielen pro Saison live zeigen. Dazu kommt das Endspiel, das parallel auch im Free-TV beim ZDF zu sehen sein werden. Außerdem bietet DAZN Konferenzen und Highlight-Berichterstattung an.

Damit wandert die Fußball-Berichterstattung weiter in das Internet, weg vom klassischen Fernsehen. DAZN ist erst seit 2016 in Deutschland auf dem Markt und wird damit von der Saison 2021/22 an der wichtigste Champions-League-Player auf dem deutschen Markt sein. Auch bei der Bundesliga, deren Rechte die Deutsche Fußball Liga (DFL) gerade für 4,4 Milliarden Euro versteigert hat, hat der Streamingdienst von 2021 an seine Position ausgebaut. Im Juni sicherte sich der Anbieter pro Saison 106 Erstliga-Partien am Freitag und Sonntag.

DAZN setzt damit seinen aggressiven Expansionskurs weiter fort. Der britische Streamingdienst mischt seit Jahren die Branche auf. Mit spektakulären Coups setzte er vor allem Sky unter Druck. Hinter dem Portal steht die Access Group rund um den Milliardär und schillernden Investor Leonard Blavatnik (63).

Als großer Verlierer der Champions-League-Rechte steht Sky schon seit dem vergangenen Dezember fest. Seit 2000 hatte der Pay-TV-Sender - zuerst noch unter dem Namen Premiere - Spiele der Königsklasse gezeigt, konnte sich dann aber nicht mit der Europäischen Fußball-Union (Uefa) auf eine Verlängerung einigen. Ab 2021 ist nun Schluss.

Immerhin sicherte sich der Sender im Juni ein umfangreiches Rechtepaket an der Bundesliga für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25. Der Langzeit-Partner der DFL zeigt ab 2021 pro Saison dann 200 Samstag-Punktspiele. Doch auch hier muss sich Sky dem Angriff von DAZN erwehren. DAZN-Deutschland-Chef Thomas de Buhr (51) freute sich über den Deal: "Für uns ist das ein Meilenstein auf dem Weg, der Sportanbieter Nummer eins in Deutschland zu werden", sagte er.

Neuer Player in der Champions League ist Amazon. Der US-Internetriese hatte sich im Dezember für seinen kostenpflichtigen Streamingdienst Amazon Prime das jeweilige Topspiel am Dienstagabend gesichert. Das Live-Paket umfasst insgesamt 16 Partien, davon zwei Playoff-Spiele.

Für die im August anstehenden Champions-League-Spiele aus der aktuellen Saison 2019/20 und die beginnende Saison 2020/21 bleibt alles wie gehabt. Sky und DAZN teilen sich wie seit 2018 die Übertragungen der Spiele nach einem komplizierten Schlüssel auf. Sky setzt dabei vor allem auf Spiele der deutschen Clubs und die Attraktivität der bei den Kunden beliebten Konferenzen. DAZN zeigt wesentlich mehr Partien live.

lhy/dpa
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