Staatsanwaltschaft lässt Haftbefehl aufheben Ex-Wirecard-Finanzchef Burkhard Ley ist frei

Einer der Beschuldigten im Wirecard-Skandal kommt aus der Untersuchungshaft frei. Die Staatsanwaltschaft lässt den Haftbefehl gegen Ex-Vorstand Burkhard Ley aufheben.
Künftig wieder auf freiem Fuß: Burkhard Ley (Archivaufnahme von 2013)

Künftig wieder auf freiem Fuß: Burkhard Ley (Archivaufnahme von 2013)

Foto: Berenberg/ youtube

Im Strafverfahren um den Bilanzskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard ist der frühere Finanzvorstand Burkhard Ley (61) aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München habe das Amtsgericht den Haftbefehl gegen den Beschuldigten "gegen engmaschige Auflagen" außer Vollzug gesetzt, wie die Strafverfolgungsbehörde am Montag mitteilte. Leys Verteidiger lehnte eine Stellungnahme ab.

Zur Begründung erklärte die Staatsanwaltschaft, den bisherigen Ermittlungen zufolge seien wesentliche Straftaten in dem Unternehmen erst begangen worden, nachdem der Manager aus dem Vorstand ausgeschieden sei. Das Vermögen des Beschuldigten sei bereits umfassend gesichert. "Nach Erfüllung der Auflagen kann der Beschuldigte die Untersuchungshaftanstalt sofort verlassen", teilte die Behörde mit.

Ley hatte den Posten des Finanzvorstands zum Jahreswechsel 2017/2018 an seinen jüngeren Nachfolger Alexander von Knoop (48) abgegeben. Danach blieb Ley dem Unternehmen allerdings als Berater verbunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bei dem pleite gegangenen Unternehmen unter anderem wegen Betrugsverdachts.

Neben Ley wurden im Sommer der frühere Vorstandschef Markus Braun (50) sowie zwei weitere Manager in Untersuchungshaft genommen. Nach dem ehemaligen Vorstandsmitglied Jan Marsalek (40) fahndet die Polizei weiterhin.

Die Staatsanwaltschaft sieht in Braun einen Hauptverantwortlichen für "gewerbsmäßigen Bandenbetrug", bei dem die Wirecard-Chefetage über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln. Auf diese Weise sollen Banken und Investoren um bis zu 3,2 Milliarden Euro geprellt worden sein.

ak/reuters/dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.