Wirtschaftsprüfer EY Wirecard-Prüfer entziehen sich möglicher Strafe

Mehrere Wirtschaftsprüfer des Beratungsunternehmens EY haben infolge des Wirecard-Skandals ihre Berufszulassung aufgegeben. Damit entgehen sie möglicher Strafen der Aufsichtsbehörde.
Unter Beobachtung: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Apas) prüft seit 2020, ob und in welchem Ausmaß EY-Prüfer ihre Pflichten verletzt haben

Unter Beobachtung: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Apas) prüft seit 2020, ob und in welchem Ausmaß EY-Prüfer ihre Pflichten verletzt haben

Foto: Sven Simon / IMAGO

Infolge des Wirecard-Bilanzskandals haben mehrere Wirtschaftsprüfer Medienberichten zufolge ihre Berufszulassung aufgegeben. Die früher für den Finanztechnologie-Konzern zuständige Prüfgesellschaft EY Deutschland bestätigte am Mittwoch, dass einzelne Wirtschaftsprüfer sich entschieden hätten, auf ihre Zulassung zu verzichten.

Der "Financial Times " und der "Wirtschaftswoche " zufolge entgehen die Prüfer damit möglichen Strafen der Aufsichtsbehörde wegen etwaiger Fehler bei den Jahresabschlusskontrollen bei Wirecard. Denn die Aufsichtsstelle beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Apas) dürfe nur gegen Prüfer mit aktiver Zulassung vorgehen. EY erklärte, das Unternehmen äußere sich nicht zu den individuellen Verfahren einzelner Wirtschaftsprüfer.

Wirecard war im Juni 2020 zusammengebrochen, als bekannt wurde, dass in der Kasse 1,9 Milliarden Euro fehlten. Vor dem Landgericht München sind deswegen drei ehemalige Manager des Dax-Konzerns wegen Bilanzfälschung, Marktmanipulation, Untreue und Bandenbetrug angeklagt. Weitere Ermittlungen laufen.

In die Kritik geraten war auch die Prüfgesellschaft EY, die die Bilanzen des Konzerns jahrelang abgesegnet hatte. Allein die Commerzbank hatte die Wirecard-Pleite rund 200 Millionen Euro gekostet. Wie das manager magazin jüngst berichtete, hat Vorstandschef Manfred Knof (57) den Abschlussprüfer inzwischen verklagt . Mit einem Erfolg würde er Rechtsgeschichte schreiben.

mg/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.