Aufsicht schaltet Staatsanwälte ein Schwere Vorwürfe gegen Wirecard-Prüfer EY

Der Druck auf die Wirtschaftsprüfer von EY nimmt zu. Die Aufseher der APAS haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Und vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin wird es auch unangenehm.
Kreuzverhör: Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags mussten an diesem Donnerstag Vertreter von KPMG und EY aussagen.

Kreuzverhör: Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags mussten an diesem Donnerstag Vertreter von KPMG und EY aussagen.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Im Wirecard-Skandal hat die Aufsichtsbehörde APAS schwere Vorwürfe gegen den Wirtschaftsprüfer EY erhoben und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die Behörde, die dem Bundeswirtschaftsministerium untersteht, hat offenbar Hinweise auf Verstöße gegen die Berichtspflichten und möglicherweise Straftaten. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München sagte am Donnerstag, ein entsprechendes Schreiben der APAS liege den Strafverfolgern vor und werde nun geprüft.

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Die APAS ist zuständig für die Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer. Sie hatte nach ersten Berichten in der "Financial Times" einen ersten Fragenkatalog an die langjährigen Wirecard-Prüfer von EY geschickt, dann aber das Sondergutachten der Wirtschaftsprüfer von KPMG im April abgewartet. Die berufsaufsichtlichen Ermittlungen zu Abschlussprüfungen bei Wirecard dauerten an, erklärte ein Sprecher. Zwischenstände würden nicht kommentiert. Ein EY-Sprecher erklärte: "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Abschlussprüfern von EY im Fall Wirecard. Jede andere Information wäre eine Falschinformation und würde einer massiven Rufschädigung gleichkommen."

Damit erhöht sich der Druck auf EY, die von über ein Jahrzehnt lang die Wirecard-Bilanzen testierten. Erst beim Abschluss für das Jahr 2019 verweigerten sie das Testat, was letztlich im Kollaps des Dax-Konzerns endete. 

Welche Rolle EY beim Zusammenbruch des Konzerns spielte, untersucht auch der Untersuchungsausschuss des Bundestages. Er habe dazu laut SPD-Politiker Jens Zimmermann (39) zahlreiche Dokumente von KPMG erhalten. EY habe bis zum April 2020 an die Existenz von Wirecard-Treuhandkonten im Umfang von 1,9 Milliarden Euro geglaubt, die in der Bilanz fehlen. "Das suggerieren zumindest Unterlagen, die wir gesichtet haben", so Zimmermann.

In der Anhörung am Donnerstag warfen auch Aussagen des KPMG-Prüfers Alexander Geschonnek ein schlechtes Licht auf die EY-Prüfer. In ihrem Sondergutachten habe KPMG keinerlei Hinweise für die Existenz der Guthaben auf den Wirecard-Konten finden können, nicht für 2019 – aber auch nicht für die Jahre 2016 bis 2018. Für diese Jahre hatte EY ein uneingeschränktes Testat erteilt.

KPMG habe dabei die Standardprüfmethoden angewandt, die auch das Institut der deutschen Wirtschaftsprüfer vorsehe. "Wir haben nicht weiter gemacht, als uns nach unseren Standards zu verhalten", sagte Geschonneck. Die konkrete Arbeit der Wirecard-Prüfer der Prüfungsgesellschaft EY wollte er aber nicht bewerten. Der Finanzpolitiker der Grünen, Danyal Bayaz (37), wertete Geschonnecks Aussage als "desaströses Zeugnis" für die Abschlussprüfer von EY.

lhy/Reuters
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