Vermeintliche Gewinner der Energiekrise Windkraft- und Solaranlagenhersteller kämpfen ums Überleben

Erneuerbare Energie ist angesichts des Abschieds von russischen Lieferungen gefragter denn je. Die Politik plant, den Ausbau massiv zu beschleunigen. Ein ideales Umfeld für die Anlagenhersteller also – doch die stehen bemerkenswert schlecht da.
Rotornaben für Windturbinen in der Fertigung im Nordex-Werk in Rostock: An dem Standort baut der deutsche Windkraftanlagenhersteller dieses Jahr 600 Stellen ab

Rotornaben für Windturbinen in der Fertigung im Nordex-Werk in Rostock: An dem Standort baut der deutsche Windkraftanlagenhersteller dieses Jahr 600 Stellen ab

Foto: Bernd Wüstneck / DPA

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Eigentlich müssten Anlagenhersteller für erneuerbare Energien gerade Kurssprünge an den Börsen erleben und ihre Prognosen angesichts voller Auftragsbücher der Reihe nach hochschrauben. Mehr denn je braucht der Westen Erneuerbare Energien, um seine Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) will daher den Ausbau von Windkraft- und Solarenergie mit dem Oster- und Sommerpaket massiv beschleunigen. Und auch die EU-Kommission setzt sich ehrgeizige Ziele, etwa mit einer Solardachpflicht für neue Gebäude.

Doch ausgerechnet die Industrie, die der Schlüssel bei der Energiewende sein soll, schwächelt. Schaut man sich die Aktienkurse der Windkraft- und Solaranlagenhersteller an, könnte man fast meinen, die Branche gehört zu den Verlierern der Energiekrise. Statt in die Höhe zu schießen, gingen die Kurse einiger Branchengrößen in den vergangenen Wochen auf Talfahrt, nachdem mehrere Firmen schwache Quartalszahlen vorlegten und ihre Prognose kappten.

Die Papiere des Hamburger Windkraftanlagen-Herstellers Nordex  verloren im SDax innerhalb der vergangenen drei Monate fast 40 Prozent an Wert, die Aktien des dänischen Wettbewerbers Vestas , der spanischen Siemens Gamesa  und der US-amerikanischen General Electric  erreichten im Mai die niedrigsten Kurse binnen eines Jahres. Der hessische Solaranlagenhersteller SMA Solar  hat sich von seinem Kursrutsch im Februar inzwischen wieder erholt.

An Nachfrage mangelt es der Branche nicht. "Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, aber die Unternehmen können sie nicht profitabel abarbeiten", sagt Tim Koenemann, Bereichsleiter des Kompetenzzentrums erneuerbarer Energien bei der Commerzbank. Viele Windkraftanlagenhersteller schrieben in den vergangenen Jahren bereits kaum schwarze Zahlen, so der Experte. Jetzt kommen die Effekte der hohen Inflation noch erschwerend hinzu.

So rutschten einige Windkraftanlagenhersteller nun noch tiefer in die Verlustzone. Siemens Gamesa verbuchte zum Jahresauftakt unter dem Strich einen Fehlbetrag von 377 Millionen Euro nach einem Nettoverlust von 66 Millionen Euro im Vorjahr. Eine Prognose wagte das Unternehmen nicht. Wind- und Solaranlagenhersteller GE machte im Bereich erneuerbare Energien fast doppelt so viel Verlust wie im Vorjahresquartal. Auch Vestas meldete einen überraschend hohen operativen Quartalsverlust von 329 Millionen Euro für das erste Quartal. Seine Prognose hatte der Branchenprimus viermal in Folge nach unten korrigiert. Einziger Lichtblick seien der Auftragsbestand und die höheren Preise für neue Orders, sagte Analyst Per Hansen vom Finanzdienstleister Nordnet. Nordex kürzte am Dienstag seine Prognose, im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen eher mit einem operativen Verlust.

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