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mm-Insider Wie investieren Sie Ihr Geld, Reinfried Pohl?

Der Gründer der DVAG glaubt an die Erholung deutscher Finanzwerte
aus manager magazin 11/2008

Die größte Chance für Anleger heute?

Ich glaube, das ist der Einstieg an der Börse in unterbewertete deutsche Finanzwerte. Damit meine ich die Allianz und die Deutsche Bank. Die Commerzbank zähle ich allerdings nicht dazu. Die ist durch die Übernahme der Dresdner erst mal auf Jahre hinaus mit sich selbst beschäftigt. Bringt man im Finanzbereich zwei gewachsene Unternehmen zusammen, dann ergibt eins plus eins meist nicht zwei, sondern 1,2 oder 1,5.

Die größte Gefahr?

Gegen das eigene Bauchgefühl zu entscheiden. Meine Söhne lassen sich bei der Geldanlage beraten, ich nicht. Ich habe meinen Spaß daran, wenn ich besser bin, weil ich meinem Instinkt folge.

Angenommen, Sie müssten drei Aktien kaufen: eine für sechs Monate, eine für zehn Jahre und eine für Ihre Schwiegermutter. Welche Titel wählen Sie?

Für zehn Jahre die Deutsche Bank, für sechs Monate Siemens. Und für die Schwiegermutter die Deutsche Telekom. Frei nach dem Motto: Erleben, was verbindet!

Nach welchem Motto investieren Sie?

Sicherheit vor Rentabilität. Und: Nicht alle Eier in ein Nest legen.

Ihr derzeit profitabelstes Investment?

Ausgewählte Immobilien in Feriendomizilen, also meine Hotelanlagen an der portugiesischen Algarve und in Österreich sowie fünf Häuser in Kampen auf der Insel Sylt. Vor fünf Jahren riet mir mein Sohn Andreas, in Kampen einzusteigen. Das war der beste Anlagetipp, den ich je bekommen habe.

Ihr bislang schlimmster Fehler?

Vor zwei bis drei Jahren habe ich mich am Aktienmarkt zu stark in Finanzwerten engagiert. Aber ich halte die Positionen, bis es wieder bergauf geht.

Die beste Lektüre zur Geldanlage?

Seit Jahrzehnten lese ich die großen deutschen Zeitungen und Magazine. Und ich beziehe Informationen aus dem Umfeld meines beruflichen Wirkens.

Ihr Depotmix für eine Million Euro?

30 Prozent deutsche Aktien, 20 Prozent europäische Aktien, 40 Prozent Anleihen und - gemäß der alten jüdischen Regel - 10 Prozent Gold, allerdings nicht in Form von Fonds. Das kostet nur Verwaltungsgebühren. Besser sind Münzen. Die Japaner kaufen schon seit Jahren wie wild den Wiener Philharmoniker. Aber auch die chinesische Panda-Münze ist sehr beliebt. So ein Säckchen Goldmünzen ist sehr beruhigend in Krisenzeiten.

Wo steht der Dax Ende Januar?

Ich gehe von 6500 Punkten aus. R

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