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mm-Insider Wie investieren Sie Ihr Geld, Christian Strenger?

Der DWS-Aufsichtsrat und frühere CEO warnt vor einer Flucht aus Aktieninvestments
aus manager magazin 12/2008

Die größte Chance für Anleger heute?

Sich nicht von kurzfristigen Bewertungen und Maximalerwartungen leiten zu lassen. Eine persönlich ausgerichtete Balance zwischen vernünftigen Renditeerwartungen und noch akzeptablem Risiko hat auch zukünftig die beste Chance. Von den einzelnen Investmentalternativen dürften Wachstumsmärkte wie Russland oder Fernost bei ausreichend langfristigem Horizont die größten Chancen bieten.

Die größte Gefahr?

Sich frustriert von allen Aktieninvestments mit ausreichender Risikostreuung zu verabschieden. Erstklassige Werte bieten heute auf Fünfjahressicht eine realistische Chance von 50 Prozent plus.

Angenommen, Sie müssten drei Aktien kaufen: eine für sechs Monate, eine für zehn Jahre und eine für Ihre Schwiegermutter. Welche Titel wählen Sie?

Angesichts des hohen Verlustrisikos von Einzeltiteln würde ich auf zehn Jahre einen globalen Aktienfonds kaufen; auf sechs Monate allerdings keinen, da dies für Aktien kein sinnvoller Anlagehorizont ist. Der Schwiegermutter empfehle ich Surgutneftegas aus Sibirien.

Nach welchem Motto investieren Sie?

Die richtige Mischung macht's: Eine klare Definition des persönlichen Umfelds in puncto Liquiditäts- beziehungsweise Einkommenserfordernisse, Risikotragfähigkeit und Steuersituation ist unerlässlich. Bei Aktien achte ich auf ein nachhaltig überzeugendes Management, ein plausibles Geschäftsmodell, eine konservative Finanzierung.

Ihr derzeit profitabelstes Investment?

Ein Bild des italienischen Künstlers Alighiero Boetti: "Mimetico", das nach zehn Jahren den zehnfachen Wert hat - und dann noch die Augenfreude!

Ihr bislang schlimmster Fehler?

Die letzten 10 Prozent Kursgewinn mitnehmen zu wollen und zu glauben, dass schlechte Manager sich bessern können.

Die beste Lektüre für Anleger?

Die von intelligenten und verantwortungsbewussten Fachjournalisten.

Ihr Depotmix für eine Million Euro?

35 Prozent Liquiditätsanlagen bei erstklassigen Instituten, davon 15 Prozent in Parkposition für Käufe von Aktien-Investmentfonds nach eindeutiger Marktberuhigung. 25 Prozent kurzfristige Bundesländeranleihen, 15 Prozent Unternehmensanleihen mit guter Bonität und drei- bis fünfjähriger Laufzeit, 25 Prozent Industrieaktien.

Wo steht der EuroStoxx 50 Ende Februar?

Bei 2300 bis 2600 Punkten. R

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