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Wenn der Vater mit dem Sohne...

Wie Familienbetriebe den Generationenwechsel heil überstehen.
Von Heinz Metzen
aus manager magazin 9/2001

Mehr als 70 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Familienbetriebe. Nur ein Drittel dieser Firmen schafft den Sprung von der ersten zur zweiten Generation. In der dritten Generation bleibt nur noch ein Zehntel der Firmen in Familienhand.

Der wichtigste Grund für diese Instabilität: Das Beziehungsgeflecht innerhalb einer Unternehmerfamilie ist komplex wie ein Film von Ingmar Bergmann.

Geschäftliche und private Belange sind vielfach miteinander verwoben. Ein Vater-Sohn-Konflikt an der Spitze kann zum Beispiel das komplette Unternehmen lähmen.

Bernd LeMar stellt in diesem Buch ein Analyseinstrument vor, das Licht ins Beziehungsdickicht bringen kann. Der Autor empfiehlt, das Problem in fünf Schritten anzugehen: Zunächst muss jede der beteiligten Personen für sich klären, welche Ziele und Interessen sie im Zusammenhang mit dem Familienbetrieb verfolgt.

Anschließend sollte man im Dialog mit dem eigenen Partner über diese Ziele sprechen.

In einer dritten und vierten Stufe wird die Kommunikation auf die ganze Familie und das Unternehmen ausgedehnt. Wenn durch diesen Dialog eine Übergabelösung gefunden wurde, können zuletzt auch die Geschäftspartner und die Öffentlichkeit informiert werden.

Anhand zahlreicher Fallbeispiele, fiktiver Dialoge und Karikaturen lernt der Leser schnell, welche Probleme typischerweise auf den einzelnen Kommunikationsebenen zu Tage treten.

So warnt LeMar vor dem häufig gewählten Kompromiss eines "gleitenden Übergangs" von einer Generation zur nächsten. Hinter dieser Formulierung steckt meist nur die Hoffnung, Zeit und Zufall würden den unausgeräumten Konflikt schon irgendwie lösen. Der Autor plädiert stattdessen für einen klaren Schnitt oder für eine Unternehmensübergabe in fest vereinbarten Stufen.

Fazit: Eine moderne und leserfreundlich aufbereitete Anleitung für die harmonische Gestaltung des Generationenwechsels in Familienbetrieben.

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