Wenige Tage vor Börsengang Airbnb hebt Gebühren und Preisspanne für Aktien an

Airbnb nutzt die gute Stimmung an der US-Börse und will seine Aktien zum Börsengang wohl deutlich teurer losschlagen. Mehr Geld in die Kasse spülen sollen auch höhere Gebühren für professionelle Gastgeber.
Airbnb: Für Investoren wird es wohl teurer - für professionelle Gastgeber und deren Kunden auch

Airbnb: Für Investoren wird es wohl teurer - für professionelle Gastgeber und deren Kunden auch

Foto: LIONEL BONAVENTURE/ AFP

Der Apartment-Vermittler Airbnb will seine Aktien beim geplanten Gang an die Börse offenbar noch teurer losschlagen als bisher geplant. Das Unternehmen wolle die Preisspanne von 44 bis 50 US-Dollar auf 56 bis 60 Dollar anheben, berichtet das "Wall Street Journal"  am Montag exklusiv unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Damit könnte das Unternehmen insgesamt mit etwa 42 Milliarden Dollar (rund 35 Milliarden Euro) bewertet werden. Ein Airbnb-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Schon die bisherige, Anfang Dezember bekanntgegebene Preisspanne hatte die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. Erwartet wird, dass die Aktien noch in dieser Woche an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq unter dem Tickerkürzel ABNB gelistet werden.

An den Finanzmärkten war der Börsengang von Airbnb lange als spektakulärste US-Premiere 2020 gehandelt worden. Dann kam die Corona-Krise und mit ihr eine große Ungewissheit. Inzwischen hat sich das Geschäft aber wieder einigermaßen erholt, und die gute Stimmung an den Finanzmärkten lädt zum Sprung aufs Börsenparkett ein.

Zuletzt konnte Airbnb sogar ein seltenes Quartal mit schwarzen Zahlen vorweisen. Im vergangenen Vierteljahr verdiente das Unternehmen 219 Millionen Dollar. In den neun Monaten bis Ende September fielen jedoch Verluste von knapp 697 Millionen Dollar an.

Airbnb hebt Gebühren für Profi-Gastgeber an

Wenige Tage vor dem Börsengang hebt die Reiseplattform die Gebühren für professionelle Gastgeber an. Diese müssten außerhalb Nordamerikas nun alle Servicegebühren direkt in die Tagespreise einfließen lassen, die den Gästen angezeigt würden, teilte der US-Konzern mit. Es werde eine Standardgebühr in Höhe von 15 Prozent fällig statt der bisher häufig nur veranschlagten 3 Prozent. Von Reuters befragte Gastgeber rechneten damit, dass die meisten Anbieter nun ihre Tagespreise anheben, um die höheren Gebühren widerzuspiegeln.

Airbnb hat die Vermittlung von Ferienzimmern und -häusern unter Privatleuten revolutioniert. Im Laufe der Jahre war das Unternehmen immer wieder mit Kritik und rechtlichen Problemen konfrontiert. So werfen viele Städte Airbnb vor, für Wohnungsknappheit und steigende Mieten mitverantwortlich zu sein.

rei/dpa/Reuters