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Absteiger Walgenbach will weg

Von Bertelsmann zu BC Partners.
Von Klaus Boldt
aus manager magazin 9/2007

Als im Januar der Posten des künftigen Bertelsmann-Chefs vergeben wurde, war Ewald Walgenbach (48) der große Verlierer: Zwar galt der Ressortleiter Buchklub (Direct Group) nicht als Favorit für die Nachfolge des Ende 2007 aus dem Amt scheidenden Vorstandschefs Gunter Thielen (65). Aber eine Außenseiterchance hatte sich der angesehene Manager und erfolgreiche Sanierer gleichwohl ausgerechnet. Doch das Karriereduell mit seinem Vorstandskollegen Hartmut Ostrowski (49) endete für ihn mit einer bitteren Niederlage.

Jetzt strebt Walgenbach kraftvoll aus dem Unternehmen hinaus, dem er in 13 Jahren in verschiedenen Positionen gedient hat. Er will bei der britischen Beteiligungsfirma BC Partners anheuern.

Unter Bertelsmännern galt Walgenbach, dessen mildes und doch gleichsam unangepasst-pragmatisches Benehmen auf die eher steife Eigentümerfamilie Mohn zuweilen etwas befremdlich wirkte, als zu weich und - nach seinem heftigen Flirt mit Haniel (siehe mm 4/2005) - auch als unzuverlässig. Die Hausmacht des promovierten Biochemikers, der sich in Gütersloh nie heimisch fühlte und mit seiner Familie in Köln lebt, war klein.

Nun sind die Verträge mit BC Partners unterschriftsreif. Kommt es zum Abschluss, wäre es keine Sensation, wenn Fernando Carro (43), Chef der hiesigen Buchklub-Operationen, als Ersatzmann in den Vorstand rückte (siehe mm 1/2007): Ihm wird nachgesagt, er könne, wenn er sich in Hochform befinde, ein paar wahre Wunder wirken.

Was Walgenbach als Jungheuschreck bei BC Partners außer einem überragenden Salär und einem bunten Betätigungsfeld erwartet, ist allerdings das Verschwinden in der unternehmerischen Versenkung. Klaus Boldt

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