Creditreform Anstieg bei Insolvenzen möglich

Nach dem teilweise kräftigen Rückgang von Firmenpleiten in den vergangenen drei Jahren ist die Wirtschaftsauskunftei Creditreform für 2007 nur noch verhalten optimistisch.

Düsseldorf - Steigende Zinsen und ein Abflachen der Konjunktur könnten dazu führen, dass die Zahl der Firmenpleiten nur noch wenig abnehme oder sogar erstmals wieder steige, sagte Vorstand Helmut Rödl am Donnerstag in Düsseldorf. Insgesamt rechne er 2007 mit 30.000 bis 32.000 Konkursen.

Vergangenes Jahr hatte Creditreform 31.300 Firmenpleiten gezählt, das waren 15 Prozent weniger als 2005 und 20 Prozent weniger als 2004. Der Aufschwung habe den Unternehmen volle Auftragsbücher und wachsende Umsätze beschert, sagte Rödl mit Blick auf die Entwicklung im vergangenen Jahr. Das habe auch zu einer Verbesserung der Liquidität kleinerer und mittlerer Unternehmen geführt.

Im Gegensatz dazu zählte Creditrefom mehr Privatinsolvenzen: insgesamt strebten im vergangenen Jahr 121.800 Betroffene nach der Restschuldbefreiung, die am Ende einer sechsjährigen Wohlverhaltensphase steht. Das waren 22,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Von der Überschuldung seien vor allem allein lebende und allein erziehende Personen betroffen, die keine oder nur eine schlecht bezahlte Arbeit haben. Von den betroffenen Haushalten in Ostdeutschland hat die Mehrheit Schulden unter 10.000 Euro angehäuft, in Westdeutschland sind es meist zwischen 10.000 und 20.000 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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