Boeing Zukunft des Jumbo gefährdet

Boeing plagen offenbar Zweifel, ob die Produktion der 747 nach dem Start des A 380 noch lohnt. Einem Pressebericht zufolge erwägen die Manager die Einstellung der Produktion des Flugzeugs, das Luftfahrtgeschichte geschrieben hat.

Washington - Ließen sich innerhalb der nächsten Monate keine Großkunden für eine neue 747-Version finden, plane Boeing die Einstellung der Produktion, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf einen Konzernmanager.

Die Aufträge für die 747 sind demnach dramatisch eingebrochen, seit Airbus die Pläne für sein neues Großraumflugzeug A380 bekannt gegeben hat. 2004 seien nur 15 Jumbos bestellt worden, 2003 seien es 19 gewesen - verglichen mit 53 vor sieben Jahren. Für den A380 liegen dagegen bereits 154 Aufträge vor.

Für Boeing stellt sich jetzt die Frage, ob der US-Konzern mit einer modifizierten Version des Jumbos, der 747 Advanced, antwortet. Boeing könnte die Maschine frühestens in vier Jahren ausliefern, schreibt das Blatt. Doch den Flugzeugbauer plagen Zweifel. "Ist der neue Jumbo ein Flugzeug, das die Fluggesellschaften auch über die nächsten 20 Jahre kaufen werden?", zitiert die "Post" Boeings Marketing-Vize Randy Baseler. Die Fluggesellschaften jedenfalls forderten eine zügige Entscheidung.

Die 747 sterben zu lassen, sei nicht schlau, sagt Richard Aboulafia, Analyst bei der Unternehmensberatung Teal Group. "Es spricht nichts dagegen, den Jumbo weiter zu produzieren, um den Preisdruck auf den A380 aufrecht zu erhalten."

Die neue Boeing 747 soll Platz für 400 bis 500 Passagiere haben und damit etwas kleiner als der A380 (555 Sitze) ausfallen. Dafür soll die Weiterentwicklung sparsamer sein. Die derzeit größte Jumbo-Version 747-400 kann 419 Fluggäste transportieren.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.