WestLB 1,5 Milliarden von den Sparkassen

An der Kapitalerhöhung der WestLB werden sich Landschaftsverbände und das Land NRW nicht beteiligen. Die zwei Sparkassenverbände, die die Summe schultern, könnten so jedoch die direkte Mehrheit an der Landesbank erlangen.

Düsseldorf - Die beiden Sparkassenverbände in Nordrhein-Westfalen (NRW) werden sich nach Angaben des NRW-Finanzministeriums je zur Hälfte an einer Kapitalerhöhung der WestLB in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro beteiligen. Ob die Sparkassen nach der Kapitalerhöhung die direkte Mehrheit an der Bank halten werden, sei noch unklar, hieß es in Eigentümerkreisen.

Bei einem gemeinsamen Treffen der WestLB-Eigentümer in der Nacht zum Donnerstag hätten sich alle Anteilseigner darauf verständigt, eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vorzunehmen, teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. Dabei würden der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV) sowie der Westfälisch- Lippische Sparkassen- und Giroverband (WLSGV) ihren Gremien vorschlagen, diese Kapitalerhöhung je zur Hälfte zu tragen.

Das Land wird sich damit - wie schon früher angedeutet - nicht am Kapitalschritt beteiligen. Auch die beiden Landschaftsverbände werden damit endgültig kein weiteres Geld in die Bank investieren.

Volles Vertrauen in den neuen Chef Thomas Fischer

Nach der schon vor mehreren Wochen verkündeten Entscheidung des WLSGV wird nach Angaben des Finanzministeriums nun auch der RSGV seinen Gremien empfehlen, zum 30. Juni eine entsprechende Option wahrzunehmen, um die bislang indirekte Beteiligung an der WestLB über deren Mutter NRW.Bank in eine direkte Beteiligung umzuwandeln.

Dem Ministerium zufolge haben alle Eigentümer bei dem Treffen ihr volles Vertrauen in das vom neuen WestLB-Chef Thomas Fischer vorgelegte Geschäftsmodell und das seit Anfang des Jahres eingerichtete neue Risikomanagement der Bank bekundet. Die Eigentümer erklärten demnach auch, dass die Kompetenzen des Aufsichtsrates und des Vorstandes der Bank "unbestrittene Grundlage des Zusammenwirkens" in den Gremien sei.

Damit ist eine Forderung des RSGV-Präsidenten Karlheinz Bentele vom Tisch, der noch vor kurzem eine Ausweitung der direkten Kontrollmöglichkeiten über das operative Geschäft der Bank verlangt hatte, sofern es sich um besonders risikobehaftete Beschlüsse handeln würde.

Im vergangenen Jahr hatte die WestLB vor allem wegen hoher Risiken mit entsprechend hohen Wertberichtigungen im internationalen Beteiligungsgeschäft einen Verlust von 2,32 Milliarden Euro verbucht.

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