Deutsche Post Zumwinkel glättet ein wenig die Wogen

In Deutschland wird es keine Entlassungen geben, verspricht Klaus Zumwinkel. In Sachen Kundenservice zeigt sich der Vorstandschef lernfähig. Nach Protesten wurden einige hundert Briefkästen wieder angebracht. Gleichwohl werden bundesweit 700 Filialen geschlossen.

Hamburg/Bonn - Die Deutsche Post  plant nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden, Klaus Zumwinkel, keine Entlassungen in Deutschland. "Wir werden niemanden entlassen, nutzen aber die natürliche Fluktuation von rund fünf Prozent, um Personal abzubauen", sagte Zumwinkel in einem Interview mit "Bild am Sonntag". "Hier haben wir die großen Rationalisierungsmaßnahmen hinter uns." Zumwinkel bestätigte zugleich, dass die Post nach Bürgerprotesten einige ihrer entfernten Briefkästen wieder angebracht hat.

Im Ausland will die Post aber Stellen streichen

Zumwinkel kündigte jedoch Personalkürzungen im Ausland an. Bis zum Jahr 2005 wolle die Post weltweit führend in der Versand- und Logistikbranche werden. "Zuletzt haben wir in Asien kräftig investiert und sind dort schon die Nummer eins", sagte Zumwinkel.

Trotz der schwierigen Weltwirtschaftslage plane die Post weitere Akquisitionen. "In schlechten Zeiten muss man auf die Kosten achten, dann kann man auch günstige Gelegenheiten nutzen, das Unternehmen durch Zukäufe weiter zu stärken. Das planen wir noch für dieses Jahr, und zwar nicht nur in Europa", kündigte Zumwinkel an.

Insgesamt hatte die Post 30.000 der bundesweit 130.000 Briefkästen entfernt. Die Bürgerproteste gegen die Entfernung seien teilweise berechtigt gewesen. "Wir haben einige hundert Briefkästen wieder angeschraubt", sagte Zumwinkel. Trotz der Verringerung der Zahl der Briefkästen halte die Post die gesetzlichen Bestimmungen aber streng ein. Danach darf der Weg zum nächsten Postkasten im Schnitt höchstens einen Kilometer lang sein.

Maximal 700 Filialen sollen geschlossen werden

"So ein dichtes Netz wie in Deutschland gibt es in keinem anderen Land der Welt", sagte Zumwinkel. Auch die Zahl der Post-Filialen soll laut Zumwinkel nur noch geringfügig reduziert werden. "Ich verspreche: Auf weniger als 12.000 Filialen werden wir nicht heruntergehen." Derzeit sind des 12.700. Moderne Computertechnik habe in den Filialen die Arbeit am Schalter enorm beschleunigt. "Und wir haben erheblich längere Öffnungszeiten", sagte Zumwinkel.

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