Vorstand für Recht und Integrität Manfred Döss soll im VW-Vorstand auf Hiltrud Werner folgen

VW-Chefjustiziar Manfred Döss soll Nachfolger von Hiltrud Werner als Konzernvorstand für Integrität und Recht werden. Zudem steht bei der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag die Berufung von Hauke Stars als IT-Vorständin an. Für VW-Chef Herbert Diess wird es am Donnerstag ebenfalls spannend.
Manfred Döss: Kandidat für die Werner-Nachfolge als Vorstand für Recht und Integrität

Manfred Döss: Kandidat für die Werner-Nachfolge als Vorstand für Recht und Integrität

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Stühlerücken im VW-Vorstand: Während der Sitzung des VW-Aufsichtsrats am kommenden Donnerstag (9. Dezember) stehen gleich mehrere Top-Personalien zur Entscheidung. So könnte nach Informationen aus Konzernkreisen VW-Chefjustiziar Manfred Döss Nachfolger von Hiltrud Werner als Konzernvorstand für Integrität und Recht werden. Werners Vertrag soll nicht verlängert werden. Die ursprünglichen Pläne, das Compliance-Ressort nach dem Ausscheiden von Werner aufzulösen, hat das Unternehmen wieder verworfen. Es würde mit Werners Nachfolger Döss neu besetzt. "Handelsblatt" und "Süddeutsche Zeitung" hatten zuerst über die anstehende Beförderung von Döss berichtet.

Geplant ist außerdem, dass die ehemalige Vorständin der Deutschen Börse, Hauke Stars (54), in den Volkswagen-Vorstand einzieht. Sie soll das neu geschaffene Ressort für IT und Organisation führen. Stars wäre dann nach dem Abschied von Werner die einzige Frau im achtköpfigen VW-Vorstand. Die Berufung von Stars galt als Formsache: Der Aufsichtsrat sollte der Berufung für die ehemalige IT-, Kapitalmarkt-, und Personalvorständin der Deutschen Börse ursprünglich schon Ende Oktober zustimmen. Doch wegen des eskalierenden Streits um Konzernchef Herbert Diess (63) ist die Entscheidung vertagt worden.

Ob am Donnerstag auch über die Zukunft von Herbert Diess als VW-Chef entschieden wird, ist unsicher. Möglich, dass die Entscheidung über Diess vertagt wird. Seit Wochen liefern sich Diess und die Arbeitnehmerseite bei VW einen Machtkampf: Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hatten zuvor den Druck erhöht und betont, über den Umbau des Vorstands gesammelt entscheiden zu wollen.

Donnerstag wird somit ein entscheidender Tag für Volkswagen. Am 9. Dezember soll der Aufsichtsrat außerdem den Investitionsplan für die kommenden fünf Jahre festzurren.

Am Mittwoch kommt das achtköpfige Präsidium des Aufsichtsrates zusammen, um die Sitzung vorzubereiten. Eine Verschiebung dieses Termins, worüber zuletzt im Konzernumfeld spekuliert wurde, gilt als unwahrscheinlich.

Pötsch bleibt Chef der Porsche SE

Zumindest bei der Porsche SE ist die Chef-Frage bereits geklärt. Der Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE) hat in seiner Sitzung am Freitag die Bestellung von Hans Dieter Pötsch zum Vorstandsvorsitzenden mit Wirkung zum 1. Januar 2022 um fünf Jahre verlängert. Dem Vorstand der Porsche SE gehören neben Pötsch, der auch als Vorstand für Finanzen fungiert, Manfred Döss als Vorstand für Recht und Compliance sowie Lutz Meschke an, der im Vorstand für das Beteiligungsmanagement zuständig ist.

Die Porsche SE ist eine Holdinggesellschaft, in der die Mehrheit der Stammaktien des Volkswagen-Konzerns gebündelt sind. Der Volkswagen Konzern besteht aus den zwölf Marken Volkswagen, Audi, Seat, Škoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Ducati, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Scania und MAN.

Die Porsche SE ist seit dem 20. September Mitglied im deutschen Aktienindex Dax, der von 30 auf 40 Unternehmen erweitert wurde. Im Dax ist außerdem die stimmrechtslose Vorzugsaktie von Volkswagen gelistet. Die in der Porsche SE Holding gebündelten Stammaktien werden von den Familien Porsche und Piech kontrolliert.

la/reuters/dpa
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