Montag, 17. Juni 2019

Hauptversammlung von ProSiebenSat1 Gehalts-"Wahnsinn" - ProSieben-Vorstand in der Kritik

In der Kritik: ProSiebenSat.1-Chef Conze
ddp images/Sven Simon
In der Kritik: ProSiebenSat.1-Chef Conze

Aktionärsvertreter haben die kräftig erhöhten Vorstandsbezüge beim Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen scharf kritisiert. Den Börsenwert zu halbieren und dann die Vorstandsgehälter um 60 Prozent zu steigern, erscheine wie "der blanke Wahnsinn", sagte Elisa Haralampides von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (Sdk) am Mittwoch auf der Hauptversammlung. Drei Millionen Euro Antrittsprämie für den vor einem Jahr gekommenen Vorstandschef Max Conze seien angesichts des heutigen Zustands der Firma jedenfalls "nicht nachvollziehbar".

Auch Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte, sie könne die sehr erheblichen Zahlungen nicht ganz verstehen. Conze lege den Fokus auf die richtigen Entwicklungen, aber ProSiebenSat.1 erkaufe sich seine Qualitäten "vielleicht ein bisschen zu teuer".

Aderlass bei ProSiebenSat1: Max Conze verliert Großteil des Vorstands

Der Deutsche-Börse-Aufsichtsrat Johannes Witt sagte als Privataktionär von ProSiebenSat.1, obwohl Gewinn, Dividende und Aktienkurs schrumpften, habe Conze in den ersten sieben Monaten 5,5 Millionen Euro erhalten. Das Jahresgehalt von Conzes Stellvertreter Conrad Albert sei auf 3,7 Millionen Euro verdoppelt worden.

Keine Kritik gab es dagegen an der Dividendenkürzung um rund 40 Prozent. Bergdolt sagte, das sei zwar happig, aber es sei "viel wichtiger, das das Unternehmen nun die Kurve kriegt und investiert".

cr/dpa

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