Vorstandsgehälter Dax-Chefs steigern ihre Bezüge zweistellig

Wendelin Wiedeking und Josef Ackermann - die beiden sind nicht nur Deutschlands bestbezahlte Konzernchefs. Sie stehen inzwischen auch in Europa an der Spitze der Großverdiener. Das geht aus einer exklusiven Studie von manager magazin hervor. Ebenfalls unter den ersten zehn: Peter Löscher.

Hamburg - Mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (72,6 Millionen Euro, Platz 1), Deutsche-Bank-Lenker Josef Ackermann (13,83 Millionen Euro, Platz 2) und Siemens-Vormann Peter Löscher (mit auf das gesamte Geschäftsjahr hochgerechneten 10,813 Millionen Euro, Platz 8) gehörten die Spitzenmanager dreier deutscher Konzerne zu den Top Ten der europäischen Spitzenverdiener des Jahres 2007. Dies ist das Ergebnis der großen manager-magazin-Untersuchung zur Entwicklung der Vorstandsgehälter, die in der heute (Fr., 30. Mai) erscheinenden Ausgabe veröffentlicht wird.

Die größten Verlierer waren Daniel Vasella, Chef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis , der statt 22,26 Millionen Euro rund 11,49 und damit 10,77 Millionen Euro weniger bekam, sowie Jochen Zeitz, die Nummer eins des Sportartikelherstellers Puma , der statt 12,3 Millionen 7,2 Millionen Euro (-5,1 Millionen) mit nach Hause nahm.

Insgesamt zahlten die im Stoxx 50  gelisteten Konzerne ihren Vorständen über 1,2 Milliarden Euro, die Vorstände der im Dax  gelisteten Unternehmen kamen auf eine Gesamtvergütung von rund 560 Millionen Euro, die Führungsgremien der MDax-Unternehmen auf rund 300 Millionen Euro. Damit wuchsen die Vorstandsgehälter im Dax um 6,1 Prozent (Vorjahr 12,3 Prozent). Im Stoxx und im MDax gingen die gezahlten Summen dagegen zurück. (Stoxx: -6,8 Prozent, MDax : -1,2 Prozent).

Im Schnitt verdiente der Vorstandschef eines Stoxx-Unternehmens 6,927 Millionen Euro (2006: 7,167 Millionen Euro), der Chef eines Dax-Unternehmens 4,82 Millionen (2006: 4,287 Millionen Euro, plus 13,2 Prozent) und die Nummer eins eines MDax-Unternehmens 1,994 Millionen Euro (2006: 2,145 Millionen Euro, -7,1 Prozent).

Kern der Untersuchung, die manager magazin zusammen mit Professor Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität durchführt, ist die Frage, ob die Vergütung der Topmanager leistungsgerecht ist. Gemessen an der Börsenperformance und der Eigenkapitalrendite schnitten im Dax Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni, im Stoxx Telefónica-Chef César Alierta Izuel und im MDax Tognum-Chef Volker Heuer am besten ab. Besonders groß ist die Lücke zwischen Gehalt und Leistung beim inzwischen geschassten Infineon-Lenker Wolfgang Ziebarth, UBS-Chef Marcel Rohner (Stoxx) und Arcandor-Vormann Thomas Middelhoff.

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