Mittwoch, 22. Mai 2019

Bank of America Auf Augenhöhe

Die Bank of America übernimmt den Vermögensverwalter U.S. Trust vom Finanzdienstleister Charles Schwab für 3,3 Milliarden Dollar. Durch die Übernahme entsteht ein neuer Marktführer im florierenden Geschäft mit reichen Kunden.

New York - Die Bank of America Börsen-Chart zeigen übernimmt für 3,3 Milliarden Dollar den Vermögensverwalter U.S. Trust und steigt damit zum US-Marktführer im lukrativen Geschäft mit reichen Privatkunden auf. Mit dem Erwerb der Tochter des Finanzdienstleisters Charles Schwab dürfte das Institut gemessen an der Marktkapitalisierung auch die Citigrup als weltgrößte Bank ablösen.

Auf Wachstumskurs: Filiale der Bank of America
U.S. Trust wurde 1853 von einigen Grußindustriellen gegründet und betreut die Vermögen zahlreicher bekannter Familien, wie etwa der Astors. Heute beschäftigt die 2000 von Charles Schwab gekaufte Firma 2100 Mitarbeiter.

U.S. Trust werde nach der Übernahme mit dem eigenen Geschäftssegment für vermögende Kunden zusammengelegt, teilte das US-Geldhaus am Montag mit. Mit dem Zukauf werde die Glaubwürdigkeit der Bank of America in diesem boomenden Markt erhöht, erklärte Konzernchef Kenneth Lewis.

Seine Bank betreut Vermögen in Höhe von 167 Milliarden Dollar und ist damit zweitgrößter US-Verwalter nach der Citigroup. U.S. Trust als Nummer vier kommt auf 94 Milliarden Dollar. Die Bank of America ist derzeit dabei, mit seinem 5722 Filialen umfassenden Zweigstellennetz in Bereiche vorzudringen, in den sie traditionell nicht besonders stark vertreten ist.

Rund um den Globus boomt das Geschäft mit der Verwaltung von Vermögen reicher Kunden (Private Wealth Management). Zugleich ist das Segment - je nach Region - nach wie vor sehr zersplittert, so dass Raum für Zusammenschlüsse und damit verbundene Effizienzgewinne bleibt.

Auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen hatte sich erst kürzlich in dem Bereich verstärkt und erwarb den britischen Vermögensverwalter Tilney. Branchenkreisen zufolge zahlten die Frankfurter rund eine halbe Milliarde Euro für den Neuerwerb.

Charles Schwab beschert die Transaktion einen kräftigen Sonderertrag. Vor Steuern werde mit rund 1,9 Milliarden Dollar gerechnet, teilte das Unternehmen parallel mit der Bank of America mit. Die Mittel würden unter anderem für den Rückkauf von Aktien verwendet. Durch die Transaktion konzentriere sich Schwab zudem zunehmend auf die Betreuung von Einzelinvestoren und unabhängigen Finanzberatern, sagte Unternehmenschef Charles Schwab. Die Übernahme soll nach Angaben der Bank of America um den 31. März unter Dach und Fach sein.

Die Fusion könnte auch dazu beitragen, dass die Bank of America zur weltgrößten Bank nach Marktkapitalisierung aufsteigt. Am Freitag wurde die Citigroup Börsen-Chart zeigen mit 249,6 Milliarden Dollar bewertet, die Bank of America mit 246,3 Milliarden Dollar. Am Montag gaben die Papiere der Bank of America leicht um 0,1 Prozent auf 54,79 Dollar nach. Die Aktien von Charles Schwab zogen dagegen um 0,5 Prozent auf 18,66 Dollar an.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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