Vorstandsgehälter Welche Konzernchefs zu viel verdienen

Leistung muss sich lohnen. Aber der neue Test des manager magazins zeigt, dass die Schere zwischen den Chefsalären der größten Konzerne Europas und deren Erfolg weit auseinanderklafft. Besonders auffällig ist das Missverhältnis bei Deutsche-Bank-Lenker Josef Ackermann.
Von Ulric Papendick

Hamburg - Das stattliche Gehalt von 10,1 Millionen Euro, das Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vergangenes Jahr kassiert hat, war im Hinblick auf seine Leistung eindeutig zu hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des manager magazins, die die Gehaltspakete deutscher und europäischer Topmanager mit dem wirtschaftlichen Erfolg ihrer Unternehmen vergleicht.

In einem Vergleich der Vorstandschefs der 30 deutschen Dax-Konzerne, der am Freitag (24. Juni) im neuen manager magazin erscheint, landet Ackermann auf Rang 26. Sowohl die Eigenkapitalrendite seines Unternehmens als auch die Kursentwicklung der Deutsche-Bank-Aktie  waren demnach vergangenes Jahr unterdurchschnittlich. Dennoch bezog Ackermann das mit Abstand höchste Gehalt.

Auf europäischer Ebene schnitt der Deutsche-Bank-Lenker sogar noch schlechter ab. In einem Ranking der 50 größten börsennotierten Konzerne Europas, das ebenfalls im neuen manager magazin erscheint, rangiert Ackermann auf dem vorletzten Platz der Firmenlenker. Auch Michael Diekmann, Chef der Allianz , und Jürgen Schrempp, Vormann von DaimlerChrysler , kassierten der mm-Studie zufolge vergangenes Jahr im Hinblick auf die Resultate ihrer Unternehmen überhöhte Gehälter.

Europas Topverdiener sind Peter Wuffli und Oswald Grübel

Die stattlichsten Bezüge strichen 2004, wie auch im Vorjahr, Manager aus der Schweiz ein. Auf dem ersten Platz der Topverdiener rangiert Peter Wuffli, Vorstandschef des Finanzriesen UBS , mit einem Verdienst von 18,5 Millionen Euro. Platz zwei belegt Oswald Grübel, Vormann der Credit Suisse , mit 14,2 Millionen Euro, gefolgt von Novartis-Lenker Daniel Vasella mit 13,5 Millionen Euro. Allerdings konnten die Schweizer Konzernchefs auch deutlich bessere Firmenergebnisse vorweisen.

Unter den zehn bestbezahlten Managern Europas fand sich vergangenes Jahr außer Ackermann (Rang 6 der Topverdiener) noch ein weiterer Deutscher: Gerhard Bruckermann, Chef der im irischen Dublin ansässigen Depfa Bank , landet mit 7,4 Millionen Euro auf Platz 8.

Die hohen Vorstandsgehälter stoßen bei den meisten Aktionären auf eindeutige Ablehnung. Einer Emnid-Umfrage im Auftrag des manager magazins zufolge sind mehr als die Hälfte der deutschen Privatanleger der Ansicht, das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Veröffentlichung der Managergehälter greife zu kurz. Die Firmenlenker sollten nach Meinung der Befragten zusätzlich verpflichtet werden, umfassend über die Struktur ihrer Bezahlung zu berichten, etwa die Bedingungen ihrer Optionspakete oder die Höhe späterer Pensionen zu veröffentlichen.

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