Managergehälter Bayern legt Gesetzentwurf vor

Deutsche Konzerne geben die Höhe ihrer Managergehälter bisher nur zögerlich preis, obwohl ein Verhaltenskodex das seit dem Jahr 2002 fordert. Eine Initiative aus Bayern erhöht nun den Druck.

München - Das Land Bayern prescht mit einem Gesetzentwurf zur Managervergütung vor. Die Hauptversammlung soll künftig zu einem detaillierten Vergütungsbericht des Aufsichtsrates Stellung nehmen, zitiert die "Financial Times Deutschland" am Dienstag aus dem Entwurf des Papiers. Die Gesetzesinitiative könne noch vor Jahresende in den Bundesrat gehen, sagte ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums dem Blatt.

Durch den Vorstoß wird ein Gesetz immer wahrscheinlicher. Aus Angst vor einer Zwangsregelung schwenken zwar immer mehr Konzerne auf den freiwilligen Corporate-Governance-Kodex zur Unternehmensführung über, lassen sich bei der Umsetzung aber viel Zeit.

Das am gestrigen Montag bekannt gegebene Einlenken von VW , ab 2005 die Gehälter einzeln zu veröffentlichen, sei beispielsweise "nicht mutig genug", sagte Christian Strenger, Mitglied der Regierungskommission Corporate Governance, der "Financial Times Deutschland": "Bei einem solchen Vorgehen ist das Gesetz dann wahrscheinlich schon in Kraft. Ich hoffe, dass die Unternehmen nicht zu lange gewartet haben, um ein Gesetz zu verhindern."

Bisher ist neben VW unter anderem Siemens  bereit, Gehälter offen zu legen. Bis zur Jahresmitte veröffentlichten einem Zwischenbericht zufolge nur ein Drittel der Dax-Unternehmen individuelle Vorstandsgehälter, darunter die Deutsche Telekom , die Deutsche Bank  und Altana .

Bereits im August hatte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CDU) die abwartende Haltung einer Vielzahl von Dax-Unternehmen kritisiert: "So geht das nicht. Nach amerikanischer Tradition verdienen wollen, aber nach deutscher Tradition geheim halten wollen - beides zusammen geht nicht."

Nun wächst der Druck auf Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Teile der SPD-Bundestagsfraktion wollen nicht wie Zypries bis Mitte 2005 mit dem Gesetzentwurf warten. "Es gab einen Beschleunigungseffekt aus der Partei heraus, damit das Ministerium einen Entwurf als Diskussionsgrundlage erarbeitet", sagte Fraktionsvizechef Hans-Joachim Hacker der "Financial Times Deutschland".

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