Immobilienriese Vonovia will Mieten erhöhen – und führt Inflation als Anlass an

Auf viele Menschen kommen höhere Mieten zu: Deutschland größter Wohnungskonzern kündigt Mieterhöhungen an. Liege die Inflation dauerhaft über 4 Prozent, müssten auch die Mieten entsprechend steigen, so Vonovia-Chef Rolf Buch.
"Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen auch die Mieten künftig jährlich dementsprechend ansteigen", sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch

"Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen auch die Mieten künftig jährlich dementsprechend ansteigen", sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch

Foto: Political-Moments / IMAGO

Millionen deutscher Mieter müssen sich auf stärker steigende Wohnkosten einstellen: Deutschlands größte Immobilienfirma, der Dax-Konzern Vonovia, hält angesichts der hohen Inflationsraten deutlichere Mieterhöhungen für unausweichlich. "Wenn die Inflation dauerhaft bei vier Prozent liegt, müssen auch die Mieten künftig jährlich dementsprechend ansteigen", sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch (57) dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe). Sonst würden viele Vermieter in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

"Wir können nicht so tun, als wenn die Inflation an den Mieten vorbeigeht. Das wird nicht klappen", sagte Buch weiter. Der Immobilienriese besitzt rund 565.000 Wohnungen, die meisten davon in Deutschland. Die durchschnittliche Miete bei Vonovia erhöhte sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Schnitt auf 7,40 Euro pro Quadratmeter – das waren 3,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies liegt noch deutlich unter der derzeitigen Inflationsrate von knapp acht Prozent.

Vonovia bereit für Ausstieg bei Adler

Im Hinblick auf seine Beteiligung an der schwer angeschlagenen Adler Group  sieht sich Vonovia zum Ausstieg bereit. "Wir werden bei Adler nicht weiter kaufen und sind perspektivisch bereit, unsere Beteiligung auch zu verkaufen", sagte Buch. Die Bestände bei Adler seien durchaus werthaltig und man habe deshalb gedacht, dass es eine gute Idee wäre, bei Adler einen Fuß in die Tür zu bekommen. "Aber der Kapitalmarkt sieht das anders", sagte der Manager. "Ich akzeptiere, dass die Mehrheit unserer Aktionäre eine Übernahme nicht wünscht, und deshalb werden wir es auch nicht tun."

Es mache derzeit aber keinen Sinn, den Ausstieg rasch vorzunehmen. "Wir sind der Meinung, dass die Werte bei Adler derzeit nicht im Börsenkurs abgebildet sind", sagte Buch. "Deshalb warten wir lieber noch ab. Ich bin zuversichtlich, dass das neue Führungsteam bei Adler jetzt eine Governance aufbauen wird, die transparent ist. Wir haben also genug Zeit, um zu warten, bis uns jemand einen fairen Preis für unseren Anteil bietet." Der große Unterschied zwischen Adler und Wirecard sei, dass die Projekte und Bauten da seien. "Das sind keine Scheingeschäfte in Asien, sondern Immobilien", so der Manager. "Die kann ich anfassen und anschauen. Das Portfolio kann sich nicht in Luft auflösen.

dri/afp, dpa-afxp
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