Einstweilige Verfügung beantragt Hedgefonds kommt Vonovia und Deutsche Wohnen in die Quere

Großaktionär Davidson Kempner will Deutschlands größte Immobilienhochzeit um jeden Preis verhindern und zieht nun vor Gericht. Dabei dürfte sich die Übernahme von Deutsche Wohnen durch Vonovia kaum noch verhindern lassen.
Objekt der Begierde: Marktführer Vonovia will die Nummer zwei der Branche, Deutsche Wohnen, im dritten Anlauf endlich übernehmen - nun schießt ein Hedgefonds quer

Objekt der Begierde: Marktführer Vonovia will die Nummer zwei der Branche, Deutsche Wohnen, im dritten Anlauf endlich übernehmen - nun schießt ein Hedgefonds quer

Foto: Fabrizio Bensch / REUTERS

Der Londoner Hedgefonds Davidson Kempner kämpft weiter gegen die Großfusion auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt. Das Unternehmen habe beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen Deutsche Wohnen beantragt, teilte Davidson Kempner am Donnerstag mit. Damit solle der Deutsche Wohnen die Ausgabe neuer Aktien und der Verkauf eigener Aktien an Vonovia untersagt werden.

Der Hedgefonds hält derzeit 3,2 Prozent an Deutsche Wohnen und ist auch an Vonovia beteiligt. David Kempner wirft dem Vorstand einen Interessenkonflikt bei der 19 Milliarden Euro schweren Übernahme vor und sieht seine Aktionärsrechte umgangen. Der Vorstand der Deutsche Wohnen habe eine Reihe rechtlich fragwürdiger Maßnahmen ergriffen, "deren einziger Zweck es ist, Vonovia dabei zu helfen, die Kontrolle über Deutsche Wohnen zu erlangen", heißt es in der Mitteilung. Dadurch werde das Recht der Aktionäre, über den Erfolg des Übernahmeangebots von Vonovia zu entscheiden, wesentlich beeinträchtigt. Deutsche Wohnen erklärte, man werde sich gegen das Vorgehen von Davidson Kempner zur Wehr setzen.

Vonovia versucht derzeit im dritten Anlauf, die Nummer zwei unter den Vermietern zu übernehmen. Zweimal waren die Bochumer gescheitert, weil ihnen nicht genügend Aktien der Deutsche Wohnen angeboten worden waren.

Um diesmal Erfolg zu haben, hatte Vonovia-Chef Rolf Buch (56) verschiedene Bedingungen in dem Übernahmeangebot fallen gelassen, unter anderem die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Aktien. Die Ausgabe neuer Aktien der Deutsche Wohnen ist eine Möglichkeit, mit der sich Vonovia die Mehrheit an der Deutsche Wohnen sichern könnte. Zwei Wochen vor dem Ende der Annahmefrist hält Vonovia bereits rund 48 Prozent der Anteile und dürfte damit ohne die Kapitalerhöhung auf die angestrebte Mehrheit kommen.

mg/dpa-afx, Reuters
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