Deutsche-Wohnen-Übernahme Vonovia will mit Kapitalerhöhung acht Milliarden Euro einsammeln

Der Immobilienkonzern Vonovia hat wie erwartet eine milliardenschwere Kapitalerhöhung beschlossen. Mit dem Geld will Finanzchefin Helene von Roeder den Kredit für die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen teilweise zurückzahlen.
Helene von Roeder: Die Vonovia-Finanzchefin will mit der Kapitalerhöhung den "Prozess des Zusammenschlusses mit der Deutsche Wohnen abschließen"

Helene von Roeder: Die Vonovia-Finanzchefin will mit der Kapitalerhöhung den "Prozess des Zusammenschlusses mit der Deutsche Wohnen abschließen"

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Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia ist bei der Übernahme des Rivalen Deutsche Wohnen auf der Zielgeraden angekommen: Der Bochumer Konzern will im Rahmen einer Kapitalerhöhung rund acht Milliarden Euro einsammeln und damit wie angekündigt Teile der Kaufsumme finanzieren. "Mit dieser Kapitalerhöhung schließen wir den Prozess des Zusammenschlusses mit der Deutsche Wohnen ab", sagte Vonovia-Finanzchefin Helene von Roeder (51) am Sonntagabend. Vonovia-Aktionäre könnten nun durch die bereits im Mai angekündigte Kapitalerhöhung "neue Aktien zu einem attraktiven Preis beziehen".

Die neuen Papiere sollen den Aktionären durch ein mittelbares Bezugsrecht von 20:7 und zu einem Bezugspreis von 40 Euro angeboten werden. Die Zeichnungsfrist für die neuen Aktien soll voraussichtlich am 24. November beginnen und am 7. Dezember enden. Vonovia erwartet Bruttoerlöse von etwa acht Milliarden Euro und will den Nettoerlös zur teilweisen Rückzahlung von Darlehen für den Erwerb der Deutsche Wohnen einsetzen.

Sieben neue Aktien für 20 bestehende Aktien

Vonovia hatte sich im Oktober nach mehreren vergeblichen Versuchen eine Mehrheit von 86,7 an der Deutsche Wohnen gesichert. Beiden Unternehmen zusammen gehören mehr als 500.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland. Vonovia hatte für Deutsche-Wohnen-Aktien rund 17 Milliarden Euro ausgegeben. "Wir können jetzt mit vereinten Kräften die großen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen im Wohnungsmarkt angehen", hatte Vonovia-Chef Rolf Buch (56) angekündigt.

Buch hatte lange um die Übernahme zittern müssen, im Sommer hatte der Branchenriese sogar die angestrebte Mehrheit verpasst. Erst indem der Bochumer Konzern im entscheidenden Anlauf auf alle Bedingungen verzichtete, entzog er Spekulationen auf ein Scheitern die Grundlage und setzte sich durch. Die Deutsche-Wohnen-Aktien wechselten für 53 Euro je Anteilsschein den Besitzer.

Zur Finanzierung des Deals hatte sich Vonovia eine rund 20 Milliarden Euro schwere Brückenfinanzierung gesichert. Nun leiteten die Bochumer die rund acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung in die Wege. Zudem sollen Wohnungen veräußert werden. In Berlin verkaufen die Immobilienriesen knapp 15.000 Wohnungen für rund 2,46 Milliarden Euro an die öffentliche Hand.

mg/Reuters, dpa-afx
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