Michael Zahn Deutsche-Wohnen-Chef gibt Vonovia einen Korb

Führungsdebakel in Bochum: Nach der Fusion mit Vonovia sollte Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn eigentlich in den Vorstand des neuen Unternehmens einziehen. Doch nun hat Zahn überraschend abgesagt.
Schmeißt hin: Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn hat das Angebot des Vonovia-Aufsichtsrats abgelehnt

Schmeißt hin: Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn hat das Angebot des Vonovia-Aufsichtsrats abgelehnt

Foto: SABINE GUDATH / imago images / Sabine Gudath

Nach der erfolgreichen Übernahme von Deutsche Wohnen durch Vonovia läuft die Fusion der beiden Vorstände der Immobilienkonzerne anders als geplant ab. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn (58) wird nicht in das gemeinsame Gremium einziehen. Zahn habe sich entschieden, das Angebot des Vonovia-Aufsichtsrats nicht anzunehmen, teilte Vonovia am Montag mit. "Vor seiner Entscheidung (..) habe ich großen Respekt und bedauere sie sehr", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch (56).

Buch hatte im Zuge der Übernahme bereits angekündigt, den Vorstand zu erweitern – und Zahn mit an Bord zu holen. Dass dieser das Angebot nun so kurzfristig ausschlug, liegt nach Informationen des manager magazins an Differenzen zwischen Zahn und den Führungsgremien von Vonovia über die geplante Ressortaufteilung im Vorstand.

Vonovia hatte sich im Oktober nach mehreren vergeblichen Versuchen eine Mehrheit von 86,7 an der Deutsche Wohnen gesichert. Beiden Unternehmen zusammen gehören mehr als 500.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro, der größte Teil davon in Deutschland.

Deutsche-Wohnen-Finanzchef Philip Grosse zieht dagegen wie geplant zum Jahreswechsel in den Vonovia-Vorstand ein und übernimmt dort den gleichen Posten. Die bei Vonovia bislang für Finanzen zuständige Helene von Roeder wird wie angekündigt zur Vorständin für Digitalisierung und Innovation bestellt. Arnd Fittkau und Daniel Riedl verantworten ihre Ressorts in dem von Buch geführten Vonovia-Vorstand unverändert weiter. "Ich freue mich, dass die Zusammenführung mit dem Jahreswechsel richtig an Fahrt aufnimmt", sagte Buch.

mg/Reuters, dpa-afx