Kooperation mit indischem Autobauer Mahindra will sich aus VWs Elektrobaukasten bedienen

Der VW-Konzern hat mit dem indischen Autobauer Mahindra einen zweiten Interessenten für seinen modularen Elektrobaukasten gefunden: Indien ist einer der größten Automärkte weltweit – und will ab 2035 nur noch emissionsfreie Neufahrzeuge zulassen.
Vorvertrag unterzeichnet: VW-Technikchef Thomas Schmall und Mahindar-Direktor Rajesh Jejurikar haben sich geeinigt

Vorvertrag unterzeichnet: VW-Technikchef Thomas Schmall und Mahindar-Direktor Rajesh Jejurikar haben sich geeinigt

Foto: Volkswagen AG

Volkswagen findet mit dem indischen Autobauer Mahindra einen weiteren großen Abnehmer für seine E-Auto-Technologie. Dazu sei ein Vorvertrag für die Lieferung von Komponenten des von den Wolfsburgern entwickelten Modularen Elektrobaukasten (MEB) unterzeichnet worden, teilten die beiden Konzerne am Donnerstag mit. Mahindra wolle seine "Born Electric Platform" mit MEB-Bauteilen wie Elektromotoren, Batteriesystem-Komponenten und Batteriezellen ausstatten. Ein verbindliches Lieferabkommen mit einer Laufzeit von sechs bis sieben Jahren soll bis Ende 2022 stehen. In Branchenkreisen wird vermutet, dass die Kooperation in einigen Jahren ein Milliardenvolumen haben könnte. Volkswagen nannte keine finanziellen Details.

Die Teile und Systeme dürften vorerst aus VW-Fabriken in Europa und Asien zugeliefert werden. Später, sofern alles wie geplant verläuft und es mittelfristig eine hinreichende Nachfrage gibt, könnte potenziell eine lokale Fertigung in Südasien denkbar sein.

"Mahindra ist ein Elektropionier in Indien und ein starker Partner für unsere Elektroplattform MEB", sagte Volkswagen-Technikvorstand Thomas Schmall. Der Mischkonzern mit rund 250.000 Mitarbeitern ist auf den indischen Markt konzentriert, streckt seine Fühler inzwischen aber auch in andere Länder aus. In London und Detroit arbeiten Entwickler an einer Baureihe für Elektroautos.

Indien will 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zulassen

Mit Mahindra gewinnt Europas größter Autokonzern VW einen zweiten großen Abnehmer für die selbst entwickelte Elektroplattform MEB, auf der bereits Fahrzeuge von VW, Audi, Škoda und Seat mit deren Tochter Cupra gebaut werden. Auch der US-Konzern Ford will mindestens zwei Elektrofahrzeuge auf Basis des MEB von VW bauen.

An weiteren Partnerschaften werde gearbeitet, sagte Schmall bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Es wird am Ende weltweit vier bis sechs Elektroplattformen geben. Eine davon wollen wir stellen." Mit dem Verkauf von Lizenzen wollen die Wolfsburger die Entwicklungskosten für den MEB einspielen und im Geschäft mit Elektroautos profitabler werden.

Indien hat sich auf der Welt-Klimakonferenz 2021 in Glasgow verpflichtet, ab 2035 nur noch emissionsfreie Neufahrzeuge zuzulassen. Das südasiatische Land gehört mit rund drei Millionen Neuzulassungen im Jahr zu den fünf größten Automobilmärkten der Welt. Prognosen zufolge könnte der Markt bis 2030 auf bis zu fünf Millionen Einheiten wachsen. In den vergangenen Jahren haben sich solche Erwartungen oft nicht erfüllt. Von den einst hoffnungsvoll gestarteten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) ist nur die Volksrepublik übrig geblieben. China ist inzwischen der weltgrößte Automarkt.

la/dpa-afx, Reuters
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