Crew von Bord Schiff mit 1100 Porsche an Bord brennt im Atlantik

Vor den Azoren im Atlantik ist ein Frachtschiff in Brand geraten, das rund 4000 Autos des VW-Konzerns geladen hat. Darunter sind auch 1100 Fahrzeuge der Marke Porsche sowie 189 Bentleys. Die Crew ist gerettet, nun bangt VW um die Fracht. Bergungsschlepper sind unterwegs, werden das Schiff aber erst am Dienstag oder Mittwoch erreichen.
Fertig zum Verschiffen: 4000 Luxusautos aus dem Hause Volkswagen sind vermutlich verloren, weil ein Frachter in Brand geraten ist

Fertig zum Verschiffen: 4000 Luxusautos aus dem Hause Volkswagen sind vermutlich verloren, weil ein Frachter in Brand geraten ist

Foto: Sean Gallup / Getty Images

Im Atlantik hat ein mit Autos des Volkswagen-Konzerns beladenes Schiff Feuer gefangen. Die "Felicity Ace" sei vor den Azoren in Brand geraten, bestätigte ein VW-Sprecher am Freitag einen entsprechenden Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg . Die 22-köpfige Crew sei inzwischen von Bord, Verletzte gebe es keine. Derzeit verschafft sich VW einen Überblick über die Lage.

Das Schiff unter der Flagge Panamas war mit 3965 Fahrzeugen an Bord auf dem Weg vom Verladehafen Emden in die USA. Es hatte unter anderem 189 Bentley-Luxusautos geladen, dazu rund 1100 Porsches sowie Autos von Audi, wie Sprecher der Marken bestätigten. An Bord ist wohl auch der neue Porsche des Youtubers Matt Farah, dessen Kanal "The Smoking Tire" mehr als eine Million Fans hat: "Mein Auto schwimmt jetzt, wahrscheinlich brennend, mitten im Ozean", twitterte er.

Eine Audi-Sprecherin bestätigte, dass Fahrzeuge des Ingolstädter Herstellers neben anderen VW-Marken an Bord des Schiffes sind. "Wir sind sehr erleichtert, dass die 22 Besatzungsmitglieder des Handelsschiffs Felicity Ace wohlauf sind", sagte der Sprecher weiter. Ein Sprecher von Lamborghini in den USA lehnte es dem Bericht zufolge ab, sich zu der Anzahl der Fahrzeuge an Bord oder zu den betroffenen Modellen zu äußern.

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Kunde trauert um aufgemotzten Porsche Boxer Spyder

Einige Kunden brachten ihre Enttäuschung in den sozialen Medien zum Ausdruck. Ein Twitter-Nutzer berichtete, dass sich sein speziell angefertigter Porsche Boxter Spyder an Bord des Schiffes befand. Die Preise für die Standardmodelle des Fahrzeugs beginnen bei 99.650 Dollar.

Das Schiff fährt unter der Flagge Panamas. Die Felicity Ace ist rund 200 Meter lang und wurde im Jahr 2005 gebaut. Wann genau das Schiff Feuer fing, ist noch unklar. Laut Bloomberg soll der Schiffseigner am Mittwochabend veranlasst haben, dass der Frachter abgeschleppt würde. Die Marine sei vor Ort.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Volkswagen-Konzern auf hoher See einen hohen Schaden erleidet. Als die "Grande America" im Jahr 2019 Feuer fing und sank, gingen mit dem Schiff mehr als 2000 Luxusautos unter - darunter viele Audis und Porsches.

Hafenkapitän: Zahlreiche Elektroautos an Bord des Schiffes - Batterien haben offenbar Feuer gefangen

Die 22-köpfige Besatzung sei bereits am Mittwoch gerettet worden, Verletzte gebe es keine, teilte die portugiesische Marine mit. An Bord des Schiffes befänden sich rund 4000 Autos, darunter zahlreiche Elektroautos, sagte der Hafenkapitän von Horta auf den Azoren, Joao Mendes Cabecas. Lithium-Ionen-Batterien von Elektrofahrzeugen hätten Feuer gefangen, deswegen sei es schwierig, den Brand zu löschen.

"Das Schiff brennt von einem Ende zum anderen", sagte er. "Ab fünf Metern über der Wasserlinie hat alles Feuer gefangen." Spezialisten der niederländischen Bergungsfirma Smit seien in der Nähe des Schiffes und versuchten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Bergungsschlepper aus Gibraltar und den Niederlanden unterwegs

Mehrere Schlepper aus Gibraltar und den Niederlanden seien unterwegs, um das Schiff in Sicherheit zu bringen, sagte Cabecas weiter. Diese werden wahrscheinlich aber erst am Dienstag oder Mittwoch am Schiff eintreffen.

Es müsse geklärt werden, wohin das Schiff gebracht werde; infrage kämen die Bahamas oder ein europäischer Hafen. Der nächstgelegene Hafen auf den Azoren komme nicht infrage, dafür sei der Frachter zu groß. Die Treibstofftanks des Schiffs befänden sich unter der Wasserlinie und seien von der Besatzung versiegelt worden.

Versicherungsfrage noch unklar

Bei wem der Schaden versichert ist, war zunächst nicht klar. Nach Angaben der mit maritimen Risiken erfahrenen Allianz gehören Probleme mit Autotransportern zu den größten Sicherheitsrisiken in der Schifffahrt. Dabei kommt es immer wieder zu langwierigen Rettungsaktionen: So dauerte es im Juni 2020 acht Tage, bis ein Brand auf dem Autotransporter "Höegh Xiamen" gelöscht werden konnte.

Nach Einschätzung des auf Schifffahrt spezialisierten Anwalts James Turner werden Brände häufig von Fehlern in der Elektrik ausgelöst. Wenn Elektroautos mit Lithium-Ionen-Batterien an Bord sind, sei Spezialausrüstung nötig, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Üblicherweise seien Autotransporter wie mehrstöckige Parkhäuser konstruiert, bei denen die einzelnen Ebenen versiegelt sind, was Schäden an der Fracht verringern könnte. Der VW-Sprecher sagte, unklar sei im Moment noch, wie viele Autos beschädigt seien.

la/rei