Kreditkarten-Anbieter Aufsicht untersucht Gebühren von Visa und Mastercard

Die britische Aufsichtsbehörde will sich die Gebühren im grenzüberschreitenden Interbankenverkehr genauer anschauen. Den Fokus auf Visa und Mastercard erklärten die Aufseher mit dem Marktanteil der beiden Unternehmen.
Visa und Mastercard: Die britische Aufsicht untersucht die Gebühren der Kreditkarten-Anbieter

Visa und Mastercard: Die britische Aufsicht untersucht die Gebühren der Kreditkarten-Anbieter

Foto: Marius Becker/ dpa

Die britische Aufsichtsbehörde für Zahlungssysteme nimmt die Gebührengestaltung der Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa unter die Lupe. So seien die Gebühren, die die Banken der jeweiligen Händler bezahlen müssten, zwischen 2014 und 2018 deutlich gestiegen, teilte der Payment Systems Regulator (PSR) am Dienstag mit. Marktteilnehmern zufolge seien die System- und Abwicklungsgebühren seitdem weiter angehoben worden.

Die Behörde will sich diese Gebühren sowie die Entgelte im grenzüberschreitenden Interbankenverkehr genauer anschauen. Den Fokus auf Visa und Mastercard erklärten die Aufseher mit dem Marktanteil der beiden Unternehmen: Diese wickelten 99 Prozent der Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten im Vereinigten Königreich ab.

Mastercard machte zuletzt auf sich aufmerksam, weil das Unternehmen die Bezahlmethode per Gesichtserkennung einführte. Der Konzern startet sein neues Bezahlsystem zunächst in Supermärkten in Brasilien, will das System aber schrittweise auch in allen Märkten weltweit einführen. Mastercard-Kunden müssen sich für die Nutzung des neuen Systems über eine App anmelden. Dann werden die biometrischen Daten dort hinterlegt und können beim Scan des Gesichts oder der Handfläche an der Kasse abgerufen werden, indem der Kunde den Finger auf einen Scanner legt oder in die Kamera schaut und winkt oder lächelt.

Der US-Konzern arbeitet dafür mit dem brasilianischen Fintech "Payface" zusammen, das die App entwickelt hat. Knapp eine halbe Milliarde Menschen kaufen in China bereits per Gesichtserkennung ein. Auch in Russland ist die biometrische Bezahlmethode bereits im Einsatz – zum Beispiel beim Kauf von U-Bahn-Tickets. In Deutschland ist das System noch umstritten: wegen des Persönlichkeitsrechts. Denn das Programm hat auch seine Tücken. Es umfasst eine Reihe von Standards, die von Banken, Handelsunternehmen und Technologieanbietern eingehalten werden müssen, um die Sicherheit persönlicher Daten gewährleisten zu können.

mje/dpa