Wettlauf um Elon Musks Highspeed-Zugsystem Virgin Hyperloop düpiert Konkurrent HTT mit erster Passagier-Testfahrt

Firmenchef Richard Branson bezeichnete es als "bahnbrechenden Erfolg": Der Virgin-Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop hat seine erste bemannte Kapsel-Testfahrt erfolgreich absolviert. Das setzt Hyperloop-Konkurrent HTT unter Zugzwang.
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Reisen in rasender Geschwindigkeit: Das US-Unternehmen Virgin Hyperloop hat am Sonntag seine erste bemannte Testfahrt mit einer Hyperloop-Kapsel erfolgreich absolviert. Zwei Mitarbeiter des Unternehmens rasten in einer Testkapsel in der Wüste von Nevada in 15 Sekunden durch eine 500 Meter lange Röhre. 

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Laut Unternehmensangaben erreichten sie eine Geschwindigkeit von 172 km/h - beachtlich für die kurze Strecke, doch klassische Hochgeschwindigkeitszüge fahren auf herkömmlichen Gleisen schon heute deutlich schneller. Firmenchef Richard Branson sprach von einem "bahnbrechenden" Erfolg. Künftig soll das futuristische Transportsystem Geschwindigkeiten von 1000 Kilometer pro Stunde ermöglichen.

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Test-Passagierin Sara Luchian (rechts im Bild) sagte dem britischen Sender BBC, die 15-sekündige Reise sei für sie "sowohl psychisch als auch physisch berauschend" gewesen. Sie berichtete von keinerlei Unbehagen.

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Nach Unternehmensangaben sollen die Kapseln künftig bis zu 28 Menschen gleichzeitig befördern. Auch Modelle für den Transport von Gütern sind demnach vorgesehen. Bei der Hyperloop-Technik werden die Kapseln in einem geschlossenen Tunnel mit elektromagnetischem Antrieb bewegt. Die hohe Geschwindigkeit sollen sie durch ein Vakuum im Tunnel erreichen, wodurch der Luftwiderstand sinkt.

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Virgin Hyperloop strebt eine Zertifizierung bis 2025 und einen kommerziellen Betrieb bis 2030 an. Befürworter der Technik rechnen mit einer Revolution des Reisens: Durch das Verkehrsmittel in Rohrpost-Manier könnte es möglich werden, Menschen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1000 Stundenkilometern zu befördern. Damit könnte etwa die Reisezeit von San Francisco nach Los Angeles von fünf bis sechs Stunden auf rund 45 Minuten verkürzt werden - und das ohne CO2-Ausstoß.

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Kritiker halten das Reisen in rasanter Geschwindigkeit hingegen für problematisch: Ein Wissenschaftler des Königlichen Technischen Instituts in Schweden befürchtete etwa, dass die hohen Geschwindigkeiten die Reisen zu einer reinen "Kotzfahrt" machen könnten.

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Virgin Hyperloop arbeitet an einem Zertifizierungszentrum und einer größeren Teströhre im US-Bundesstaat West Virginia. Dieses Zentrum könnte laut einem offiziellen Unternehmensbild so aussehen. Insgesamt 500 Millionen Dollar soll das neue Projekt kosten, als Baubeginn ist 2022 avisiert. Die Idee für den Hyperloop stammt ursprünglich von Tesla-Gründer und Techno-Visionär Elon Musk ...

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... Bereits 2013 präsentierte Musk die Idee des Super-Zugs der Öffentlichkeit. An dieser Revolution des Transports wollte Musk nicht selbst arbeiten. Stattdessen ermutigte er andere Gründer und Unternehmer, sich des Themas anzunehmen.

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Virgin Hyperloop One aus Los Angeles ist eines der beiden großen Unternehmen, die darum wetteifern, den ersten Hyperloop in die Röhre zu bringen. Die Firma hat von Investoren wie Richard Branson und dem drittgrößten Hafenbetreiber der Welt - DP World Group - 2018 rund 300 Millionen US-Dollar erhalten. Im Bild ist noch der Bau der ersten Teststrecke im US-Bundesstaat Nevada, Stand 2018, zu sehen.

Foto: Hyperloop One
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Bei einem Wettbewerb hat Hyperloop One damals insgesamt zehn Strecken weltweit ausgewählt, die das Unternehmen für besonders vielversprechend hält. Städteplaner hatten Vorschläge eingereicht, gewonnen haben Konzepte für vier Verbindungen in den USA wie von Miami bis nach Orlando, für zwei in Indien, eine in Mexiko, eine in Kanada und zwei in Großbritannien.

Foto: Hyperloop One
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Auch für Deutschland hat das Unternehmen eine Vision vorgelegt. Demnach würde eine Fahrt von Berlin nach Hamburg noch 20 Minuten dauern, Hamburg-Köln nur eine halbe Stunde.

Foto: Hyperloop One
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Hyperloop One arbeitet mit verschiedenen Ländern an Machbarkeitsstudien. Saudi-Arabien war einer der Partner, hat aber den Deal platzen lassen. Der Grund: Hyperloop-One-Investor Richard Branson hatte sich von dem Königreich wegen des ungeklärten Verschwindens des Journalisten Jamal Khashoggi distanziert. Kronprinz Mohammed bin Salman (im Bild) soll damit zu tun haben.

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Gemeinsam mit der Transportbehörde Dubai wurde eine Route zwischen Dubai und Abu Dhabi evaluiert, die die Reisezeit von 90 Minuten auf zwölf reduzieren könnte. Mit der zuständigen Behörde im US-Bundesstaat Colorado ist Hyperloop One ein Public Private Partnership eingegangen und prüft ebenfalls eine Strecke. Zwischen den indischen Metropolen Pune und Mumbai soll ebenfalls eine Verbindung entstehen, den Start soll eine Teststrecke machen.

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Währenddessen versucht Konkurrent Hyperloop Transportation Technologies (HTT), ebenfalls aus Los Angeles, schneller zu sein. Das Unternehmen von CEO Dirk Ahlborn (im Bild) ist auch in Europa aktiv. Das Unternehmen hat im französischen Toulouse ein Forschungszentrum samt kurzer Teströhre errichtet. Für den Hamburger Hafen arbeitet HTT an einem Hyperloop-Prototypen für den Gütertransport, ...

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... in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll der erste Prototyp für den kommerziellen Transport von menschlichen Passagieren entstehen. Geplant war laut HTT-Website  eine fünf Kilometer lange Strecke, die in der Nähe des arabischen Expo-Geländes 2020 entstehen sollte. Wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind, lässt sich aktuell nicht eruieren. Daneben plant HTT aktuell auch eine mögliche Strecke zwischen Chicago, Cleveland und Pittsburgh. Auch Pläne für eine Strecke im Silicon Valley gab es lange Zeit ...

Foto: Hyperloop Transportation Technologies/ Omegabyte 3D
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... nach wie vor gibt es allerdings zahlreiche Kritiker, die an der technischen Machbarkeit des Hyperloops zweifeln. Auch die Baukosten wären sehr hoch. Laut einem Bericht US-Magazin "Forbes" aus dem Jahr 2018 würde beispielsweise eine 170 Kilometer lange Strecke im Silicon Valley umgerechnet acht bis 11,5 Milliarden Euro kosten. Das wären bis zu 68 Millionen Euro pro Kilometer. Europäische Hochgeschwindigkeitsstrecken für Züge haben etwa 20 Millionen Euro pro Kilometer gekostet.

wed mit Material von afp, Reuters

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wed/afp
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