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Victoria's Secret feuert Chefin Die Schönen und das Fossil

Die bekanntestes Dessousmarke der Welt verdiente mit wenig Stoff unglaublich viel Geld. Doch weil ein alter Mann den Zeitgeist nicht versteht, sieht es düster aus im Reich der Engel. Eine Woche nach der großen Show muss jetzt die Vorstandschefin gehen.
aus manager magazin 7/2018

Foto: ddp images

New York, vor einer Woche. Der letzte Vorhang, noch einmal Scheinwerfer und Kameras, noch einmal High Heels und Engelsflügel. Supermodel Adriana Lima (37), eine der schönsten und teuersten Werbeflächen der Welt, schwebt über den Laufsteg im "Pier 94". Seit 1999 präsentiert sie Push-ups und Dessous für Victoria's Secret, kein Model hat länger ihren Körper für die Marke inszenieren lassen. Lima ist das bekannteste Gesicht der bekanntesten Unterwäschemarke der Erde. Jetzt steht sie da, in Glitzer-BH, Glitzerhöschen und Glitzerfedern – und weint.

Es ist vorbei. Die Brasilianerin hängt ihre Flügel an den Nagel. Mit der Show, die erst Anfang Dezember im Fernsehen zu sehen sein wird, endet die Ära des "größten Engels aller Zeiten". 

Ein Tränenabschied voller Symbolik. Denn auch die große Zeit von Victoria's Secret geht zu Ende.

Die Bling-Bling-Bras und das damit verbundene Frauenbild provozierten zuletzt immer mehr Kritik, erst recht während der #MeToo-Debatte, die in den USA noch intensiver geführt wird als in Europa. Adriana Lima selbst erklärte vor Monaten schon, sie wolle mehr sein als die Projektionsfläche männlicher Begierde. Eine Menge Frauen würden "jeden Morgen aufwachen und versuchen, in ein Klischee zu passen, das die Gesellschaft, Social Media und die Modewelt ihnen aufzwingen". Seitdem verspricht sie: "Ich ziehe meine Klamotten nicht mehr für eine unsinnige Sache aus!" Das ist der neue Zeitgeist.

Das Problem: Leslie Wexner (81). Der Multimilliardär, Gründer, CEO, Aufsichtsrat und Hauptaktionär des Mutterkonzerns L Brands hat das Gespür für eben diesen Zeitgeist verloren. So sehen es nicht nur die Millennials und neuen Feministinnen, sondern auch die Investoren. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte seit Anfang 2016 um mehr als 60 Prozent ab – und mit ihm der Engelsvater aus dem Olymp.

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