Verlag Simon & Schuster Bertelsmann-Deal endgültig geplatzt

Die milliardenschwere Übernahme des US-Buchverlags Simon & Schuster durch Bertelsmann ist endgültig gescheitert. Der Medienkonzern wird keine Berufung mehr gegen ein Urteil eines US-Gerichts einlegen.
Gescheiterte Milliardenfusion in den USA: Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Gescheiterte Milliardenfusion in den USA: Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Foto: imago stock / imago images/IPON

Die Übernahme des amerikanischen Buchverlags Simon & Schuster durch den deutschen Bertelsmann-Konzern ist endgültig gescheitert. Das Gütersloher Unternehmen bestätigte am Montagabend, nicht gegen ein Urteil eines US-Gerichts in Washington vorgehen zu wollen, das den Kauf Ende Oktober wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken untersagt hatte. "Bertelsmann wird den ursprünglichen Plan, Berufung gegen das Urteil einzulegen, nach Gesprächen mit Simon & Schuster-Gesellschafter Paramount Global nicht weiterverfolgen", erklärte der Konzern.

Die Übernahme hatte der von Thomas Rabe (57) geführte Medienkonzern von langer Hand geplant. So verkündete Bertelsmann bereits im November 2020, dass die zum Konzern gehörende US-Verlagsgruppe Penguin Random House den Verlag Simon & Schuster für knapp 2,2 Milliarden US-Dollar (heute rund 2,21 Milliarden Euro) von der amerikanischen Mediengruppe ViacomCBS kaufen wolle.

Das US-Justizministerium reichte dagegen aber eine Kartellklage ein, um die Übernahme zu verhindern. Mit Erfolg: Die Regierung habe überzeugend dargelegt, dass der geplante Zusammenschluss den Wettbewerb auf dem Markt für "US-Verlagsrechte an potenziellen Bestsellern" entscheidend schwächen würde, erklärte US-Bundesrichterin Florence Pam in ihrem Urteil.

200 Millionen US-Dollar Abbruchgebühr

Auch Paramount gab am Montag bekannt, dass der Vorgang "beendet" worden sei. Penguin Random House müsse dem Unternehmen eine Abbruchgebühr in Höhe von 200 Millionen US-Dollar zahlen, erklärte der Konzern. Mit 10.000 Beschäftigten weltweit und jährlich fast 15.000 veröffentlichten Büchern führt Penguin Random House den Markt in den USA an. Der Verlag gehört vollständig zu Bertelsmann.

Der Verlag Simon & Schuster belegt den vierten Rang der "Big Five", zu denen außerdem noch die Verlagshäuser HarperCollins, Hachette Book Group USA und Macmillan Publishers gehören.

hr/afp
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