Französischer Stahlkonzern Vallourec schließt zwei Werke in Deutschland

Mit seinen Werken in Düsseldorf und in Mülheim an der Ruhr verdient der französische Stahlrohrkonzern Vallourec schon lange kein Geld mehr, und ein Käufer ließ sich offenbar auch nicht finden. Jetzt machen die Franzosen die Fabriken dicht.
Stahlrohrproduktion bei Vallourec in Düsseldorf: Das Werk gehört bald der Vergangenheit an, ebenso wie jenes in Mülheim an der Ruhr

Stahlrohrproduktion bei Vallourec in Düsseldorf: Das Werk gehört bald der Vergangenheit an, ebenso wie jenes in Mülheim an der Ruhr

Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel / dpa

Der französische Stahlrohrkonzern Vallourec will seine beiden traditionsreichen Werke in Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr schließen. Betroffen seien insgesamt rund 2400 Beschäftigte, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Produktion soll Ende 2023 eingestellt werden. Die beiden Standorte gehörten früher zur Mannesmannröhren-Werke AG.

Vallourec hatte seit November versucht, die beiden Werke zu verkaufen. Keines der vorgelegten Angebote habe jedoch eine nachhaltige Zukunftssicherung der Produktionsstandorte erkennen lassen, so das Unternehmen. Vallourec Deutschland stellt vor allem nahtlose Stahlrohre für den Öl- und Gasmarkt sowie industrielle Anwendungen im Maschinen- und Stahlbau her.

Die Produktion nahtloser Stahlrohre in Deutschland sei für Vallourec aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr darstellbar, erklärte Vorstandschef Philippe Guillemot (63). Vallourec Deutschland habe seit sieben Jahren signifikante Verluste geschrieben. Ursache dafür seien Überkapazitäten in der Branche, sinkende Margen, aber auch externe Schocks wie diverse Ölkrisen, Strafzölle aus China, die Corona-Krise sowie der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine mit dramatischen Auswirkungen auf Vormaterial- und Energiepreise.

Vallourec will jetzt Gespräche mit den Betriebsräten und der IG Metall über einen Interessenausgleich und Sozialplan beginnen. "Wir sind daran interessiert, dass für die Menschen, mit denen wir so lange zusammengearbeitet haben, eine faire und anständige Lösung gefunden wird", sagte Guillemot. "Wir bemühen uns, die Auswirkungen so stark abzumildern wie angesichts der Gesamtsituation möglich."

cr/dpa
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