Amazon, Google, GM und andere US-Konzerne fordern Rückkehr der USA zu Klimaabkommen

Donald Trump leugnete den Klimawandel und kündigte den Klimapakt von Paris. Dutzende namhafte US-Konzerne fordern Joe Biden nun auf, dem Abkommen wieder beizutreten - was der ohnehin vorhat.
Das Klimaabkommen ist ihm wichtig: Amazon-Chef Jeff Bezos gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufs, der Konzern selbst hat sich ebenfalls ambitionierte Klimaziele gesetzt

Das Klimaabkommen ist ihm wichtig: Amazon-Chef Jeff Bezos gehört zu den Unterzeichnern des Aufrufs, der Konzern selbst hat sich ebenfalls ambitionierte Klimaziele gesetzt

Foto: Ted S. Warren/ dpa

US-Konzerne verschiedener Branchen haben den amerikanischen Kongress und den künftigen Präsidenten Joe Biden (78) zu einer engen klimapolitischen Zusammenarbeit aufgefordert. In einem offenen Brief erklärten die Unternehmen am Mittwoch, eine Rückkehr der Vereinigten Staaten zum Klimaabkommen von Paris zu unterstützen.

An der vom Center for Climate and Energy Solutions organisierten Initiative sind 42 Unternehmen beteiligt - von Amazon und Google über General Motors bis hin zu JPMorgan Chase und Walmart . Zusammen haben sie nach eigenen Angaben fast fünf Millionen Mitarbeiter und bringen es auf jährliche Umsätze von rund drei Billionen Dollar.

Konzerne dürften Biden mit Vorstoß auf ihrer Seite haben

2015 hatte sich die Weltgemeinschaft bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris darauf geeinigt, den Klimawandel auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Unter Präsident Donald Trump (74) waren die USA als bislang einziges Land aus dem Pariser Klimapakt ausgetreten.

Mit dem Vorstoß laufen die Konzerne bei Joe Biden allerdings offene Türen ein. Biden hat bereits angekündigt, als eine seiner ersten Amtshandlungen dem Klimaabkommen von Paris wieder beizutreten. Zudem will er den ehemaligen US-Außenminister John Kerry (76) zum US-Sonderbeauftragten für das Klima machen. Die Ankündigung macht deutlich, welche Bedeutung die künftige Regierung dem Kampf gegen den Klimawandel für die nationale Sicherheit beimessen will. Kerry soll als Sondergesandter für Klimaangelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Haus sitzen.

Bezos will Milliarden für Umweltschutz spenden

Die an dem Aufruf beteiligten Konzerne haben erklärt, auch selbst mehr für den Kimaschutz tun zu wollen und entsprechende Initiativen zu unterstützen: So hat sich Online-Riese Amazon das Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Auf diesem Weg will Amazon seinen gesamten Energieverbrauch ab 2030 nur noch mit Energie aus erneuerbaren Quellen bestreiten. Auch hatte Konzern-Chef Jeff Bezos (56) angekündigt, 100.000 Elektro-Lieferwagen für die weltweite Paketzustellung des konzerneigenen Lieferdienstes zu bestellen. Davon wird unter anderem Daimler profitieren. Amazon stellt seinen Kunden weltweit jedes Jahr mindestens 10 Milliarden Artikel zu.

Bezos, der reichtste Mann der Welt, hatte im Februar darüberhinaus erklärt, 10 Milliarden Dollar für den Umweltschutz zu spenden. Das Geld solle Forscher, Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen und andere Gruppen unterstützen. Verteilt werden soll es über eine Stiftung von Bezos, den "Bezos Earth Fund".

rei/dpa-afx
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