Milliardendeal US-Investor KKR will Fahrradkonzern Accell kaufen

Frohe Kunde für die Aktionäre des niederländischen Fahrradkonzerns Accell: US-Finanzinvestor KKR will das Unternehmen kaufen und bietet einen ordentlichen Aufschlag auf jüngste Kurse. Auch im Accell-Management findet die Idee Freunde.
Sportliches Fahren mit Rädern der Accell-Marke "Haibike": Fahrräder sind in den Niederlanden ein nationales Kulturgut

Sportliches Fahren mit Rädern der Accell-Marke "Haibike": Fahrräder sind in den Niederlanden ein nationales Kulturgut

Foto: Accell Group

In der Fahrradbranche steht eine Milliardenübernahme bevor. Ein Konsortium um den Finanzinvestor KKR will für insgesamt 1,56 Milliarden Euro den niederländischen Hersteller Accell Group kaufen, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung am Montag ankündigten. "Wir wollen die Niederlande als Welthauptstadt des Radsports weiterentwickeln und die führende Position im europäischen Elektrofahrradmarkt ausbauen", erklärte KKR-Partner Daan Knottenbelt. Die beiden Großaktionäre Teslin und Hoogh Blarick befürworten die Übernahme. Die Accell-Aktien schossen an der Börse in Amsterdam um 24 Prozent in die Höhe.

Die Accell Group ist ein Fahrradhersteller, der verschiedene Marken unter seinem Dach vereint. Dazu zählen zum Beispiel die Marken Haibike, Winora, Ghost, Batavus, Koga, Lapierre, Raleigh, Sparta, Babboe und Carqon. Das Unternehmen meldete zuletzt  für 2020 einen Anstieg des Jahresumsatzes um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Gewinn (Ebit) stieg zugleich um 25 Prozent auf 75 Millionen Euro.

Der Finanzinvestor KKR bietet den Accell-Aktionären je Aktie 58 Euro in bar, was einem Aufschlag von 26 Prozent zum Schlusskurs am Freitag entspricht. Accells Verwaltungsratschef Rob ter Haar sagte, das Gremium unterstütze die Offerte von KKR. Sie biete einen "überzeugenden und unmittelbaren Wert" für die Aktionäre und helfe dem Unternehmen bei der strategischen Entwicklung.

Accell hatte 2017 ein Übernahmeangebot des niederländischen Familienkonzerns Pon Holdings für 33 Euro je Aktie abgelehnt. Pon wollte Accell mit seinen eigenen Fahrradmarken wie "Gazelle" zusammenlegen, war mit dem Plan aber gescheitert. Im Oktober 2021 schnappte sich Pon für umgerechnet rund 700 Millionen Euro die Fahrrad-Tochter des kanadischen Mischkonzerns Dorel.

In der ganzen Fahrradbranche boomt es zur Zeit, auch bedingt durch die Corona-Pandemie. Viele Menschen wollen öffentlichen Nahverkehr vermeiden und sind auf E-Bikes umgestiegen. Der Koblenzer Rennrad-Hersteller Canyon wurde beim Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an den Adidas-Großaktionär GBL Ende 2020 mit rund 800 Millionen Euro bewertet.

cr/Reuters