Konsumgüterkonzern Unilever-Chef Jope will Ende 2023 in den Ruhestand gehen

Nach 35 Jahren bei Unilever und drei Jahren an der Vorstandsspitze will Alan Jope den Konsumgüterkonzern verlassen. Ein Grund könnte auch der Einstieg des aktivistischen Investors Nelson Peltz sein.
Ausgedient: Unilever-Chef Alan Jope will sich offenbar nicht mehr mit dem aktivistischen Investor Peltz herumschlagen

Ausgedient: Unilever-Chef Alan Jope will sich offenbar nicht mehr mit dem aktivistischen Investor Peltz herumschlagen

Foto: Riccardo Savi / Getty Images / AFP

Der Konsumgüterkonzern Unilever muss einen neuen Vorstandsvorsitzenden finden. Der bisherige Konzernchef Alan Jope (59) wolle seinen Posten zum Ende des kommenden Jahres räumen und das Unternehmen verlassen, teilte der Hersteller von Dove-Seife und Knorr-Bouillonwürfeln am Montag in London mit. Jope plane in den Ruhestand zu gehen.

Insgesamt arbeitete Jope mehr als 35 Jahre lang bei Unilever, 2019 war er zum Vorstandsvorsitzenden des Konzerns aufgestiegen. Die Aktien von Unilever  legten am Montag leicht zu. Seit Jopes Berufung an die Konzernspitze verloren die Papiere stärker an Wert als die europäischen Indizes für Basiskonsumgüter sowie die meisten Konkurrenten.

Jope war Anfang des Jahres mit dem Versuch gescheitert, in einem Megadeal das Konsumentengeschäft des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline zu übernehmen. Sein 68-Milliarden-Dollar-Angebot war als "fundamental unterbewertet" zurückgewiesen worden. In der Finanzwelt löste der gescheiterte Versuch, heftige Kritik aus.

Jope geht kurz nach dem Einstieg eines aktivistischer Investors

Im Mai zog dann der aktivistische Investor Nelson Peltz (80) in den Verwaltungsrat von Unilever ein. Peltz hält mit seinem New Yorker Hedgefonds Trian inzwischen rund 1,5 Prozent der Unilever-Aktien. Seit Jahren erwirbt er immer wieder Aktienpakete großer Konsumgüterkonzerne, um Einfluss zu gewinnen und auf Veränderungen zu dringen.

"Der unattraktive Plan, den Bereich Consumer Healthcare von GlaxoSmithKline zu kaufen, hat die Erfolgsbilanz von Herrn Jope etwas getrübt, sodass ein Neuanfang mit einem neuen CEO die Investoren davon überzeugen könnte, dass Unilever wieder aufwärts tendiert", sagt Tineke Frikee, Fondsmanagerin beim Unilever-Investor Waverton Asset Management.

Das Unternehmen wolle nun in den eigenen Reihen, aber auch extern Ausschau nach einem Nachfolger halten. Damit sucht der Konzern zur gleichen Zeit wie Konkurrent Reckitt nach einem neuen CEO.

dri/dpa-afx
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