Strukturlücke bei Corona-Hilfen "Uns hat der Staat vergessen"

In der Krise fühlen sich viele mittelgroße Unternehmen im Stich gelassen. Hotel- und Restaurantbetreiber Jörg Haas, Chef der Invite Group, klagt über die Ungleichbehandlung und warnt vor einer Umwälzung der Branche.
Leere Betten: Auch im Marriott Hotel in Bonn geht wegen Corona nichts mehr

Leere Betten: Auch im Marriott Hotel in Bonn geht wegen Corona nichts mehr

Foto: Schöning / imago images

Zum Hoteliergeschäft ist Jörg Haas über Umwege gekommen. Nach dem Verkauf eines von ihm in den 90er Jahren gegründeten Anbieters von Krankenhaussoftware investierte der Wirtschaftsinformatiker einen Teil der Erlöse in die Gastronomie und Hotellerie. Heute führt er – neben anderen Technologie- und Immobilienunternehmungen – die Bonner Invite Group.

Unter deren Dach bieten insgesamt 13 Hotels und Restaurants sowie zwei Fitnesscenter und ein Konferenz- und Event-Zentrum ihre Dienste an. Dazu zählen das Humboldt Carré in der Nähe des Berliner Gendarmenmarktes, das „Kameha Grand“ und "Marriott Hotel" in Bonn oder die „Austernbank“ im ehemaligen Tresorraum der früheren Disconto Bank in Berlin. 2019 setzte die Gruppe laut Haas 64 Millionen Euro um und machte mehr als drei Millionen Euro Gewinn. Doch die Corona-Krise hat den Hotelbetreiber hart getroffen. Statt mit Gewinn sieht sich Haas nun mit einem massiven Umsatzeinbruch und Millionenverlusten konfrontiert. Ein Schicksal, das auch andere bekannte Ketten wie L'Osteria oder Peter Pane.

manager magazin: Herr Haas, wenn man sich aktuelle Äußerungen aus der Politik anhört, sieht es so aus, als ob der Lockdown noch bis Ostern dauern könnte. Was haben Sie gedacht, als Sie Anfang Januar erste Äußerungen in diese Richtung gehört haben?

Jörg Haas: Das war keine Überraschung. Darauf haben wir uns eingestellt.

Die Bundesregierung hat bei der Ankündigung des ersten Lockdowns light angekündigt, Gastronomen 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erstatten zu wollen. Das klingt doch ziemlich großzügig. 

Ja, das hat sich toll angehört. Bringt uns als sogenanntes großes Verbundunternehmen, das mehrere Hotels, Restaurants, Fitnesscenter und ein Konferenz- und Event-Zentrum unter einem Dach bündelt, aber wenig.

Wieso das?

Wir sind fördertechnisch in eine Lücke gefallen. Uns hat der Staat vergessen. Wir sind nicht systemrelevant – also kein Fall für den Wirtschaftsstabilitätsfonds. Bekommen, weil wir kein KMU mehr sind, aber auch keine Überbrückungshilfen I und II. Und weil wir als Verbundunternehmen unsere Häuser gesellschaftsrechtlich unter ein Dach zusammengefasst haben, dürfen wir etwa bei der November- und Dezemberhilfe auch nur jeweils einen einzigen Antrag für die ganze Gruppe stellen – und dessen Summe ist gedeckelt.

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