Virgin Galactic mit Ziel "Mach 3" Richard Branson lässt eine neue Concorde entwickeln

Der Luftfahrtunternehmer Richard Branson lässt sich durch seine geschäftlichen Turbulenzen nicht von großen Visionen abhalten. Seine Firma Virgin Galactic verkündet konkrete Pläne für ein neues Überschallflugzeug.
Ganz bodenständig: Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson beim Börsengang am 28. Oktober 2019

Ganz bodenständig: Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson beim Börsengang am 28. Oktober 2019

Foto: Richard Drew/ AP

Das Weltraumunternehmen Virgin Galactic will ein neues Überschallpassagierflugzeug entwickeln. Das Unternehmen des britischen Milliardärs Richard Branson (70) gab dazu am Montag eine Partnerschaft mit dem Triebwerkshersteller Rolls-Royce bekannt . Das futuristisch anmutende Flugzeug mit Platz für neun bis 19 Passagiere soll mit dreifacher Schallgeschwindigkeit (Mach 3) fliegen. Als Reisehöhe werden etwa 18.000 Meter anvisiert. Das ist etwa doppelt so hoch wie bei gewöhnlichen Passagiermaschinen.

Das Entwicklungsteam müsse eine Reihe von Herausforderungen meistern, erklärte Virgin Galactic - unter anderem Lärm, Emissionen, Wartung und die Frage der Wirtschaftlichkeit.

Zuletzt gab es mit der Concorde ein Überschall-Passagierflugzeug. Sie kam auf die doppelte Schallgeschwindigkeit (Mach 2), war wegen des enormen Treibstoffverbrauchs aber nicht rentabel. Der Absturz einer Concorde in Paris vor 20 Jahren - am 25. Juli 2000 - mit 113 Toten leitete das Ende des Überschallfliegers ein. Der Betrieb wurde 2003 eingestellt.

Virgin Galactic hat eigentlich zum Ziel, Weltraumtouristen ins All zu bringen. Das Unternehmen versucht inzwischen aber, sich breiter aufzustellen. Im Mai verkündete Virgin Galactic eine Vereinbarung mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa zur Entwicklung von Hochgeschwindigkeitstechnologie.

Gründer Branson muss derzeit um sein Luft- und Raumfahrtimperium fürchten. Nachdem er mit seinem Flehen um britische Staatshilfe abblitzte, rettete Branson seine Airline Virgin Atlantic zuletzt mithilfe eines Hedgefonds. Als Teil des Deals muss er eigenes Geld nachschießen. Dafür muss er wahrscheinlich weitere Aktien der 2019 an die Börse gebrachten Virgin Galactic verkaufen und die Anteilsmehrheit aufgeben.

ak/afp
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