Whistleblower-Vorwürfe Musk schickt zweites Kündigungsschreiben an Twitter

Whistleblower Peiter Zatko wirft Twitter mangelnden Schutz von Nutzerdaten und andere Sicherheitsschwächen vor. Elon Musk nutzt die Anschuldigungen nun für ein weiteres Kündigungsschreiben an den Online-Riesen.
Geplatze Übernahme: Elon Musk will den im April bekannt gewordenen Twitter-Kauf abblasen

Geplatze Übernahme: Elon Musk will den im April bekannt gewordenen Twitter-Kauf abblasen

Foto: Carina Johansen / dpa

Elon Musk (51) legt mit neuen Argumenten beim Versuch nach, seine rund 44 Milliarden Dollar (43,9 Milliarden Euro) teure Übernahme des Online-Dienstes Twitter abzublasen. Dabei bringt der Tesla-Chef die jüngst bekanntgewordenen Anschuldigungen eines Whistleblowers ins Spiel, der Twitter unter anderem mangelnden Schutz von Nutzerdaten und andere Sicherheitsschwächen vorwirft.

Aufgrund dieser "ungeheuerlichen" Mängel sei Musks Kaufangebot für Twitter als ungültig einzustufen, schrieben seine Anwälte in einem am Dienstag per Börsenmitteilung veröffentlichten Brief an das Unternehmen. Musk erweitert damit seine zentralen Argumente beim Bemühen, aus der im April vereinbarten Twitter-Übernahme auszusteigen.

Ex-Sicherheitschef erhebt schwere Vorwürfe

Bislang stützte der Tech-Milliardär sich auf angebliche Falschangaben des Unternehmens zur Anzahl von Fake-Accounts. Musk und Twitter liegen im Rechtsstreit, der Konzern will den Deal vor Gericht durchsetzen. Im Oktober soll bei einem Prozess in Delaware geklärt werden, wie es weitergeht. Bei dem Whistleblower handelt es sich um Peiter Zatko (51), den Ex-Sicherheitschef von Twitter.

Twitter habe gegenüber den Regulierungsbehörden irreführende Angaben über Nutzer-Konten und Maßnahmen gegen Hackerangriffe gemacht, heißt es in einem 84-seitigen Bericht Zatkos. Das US-Unternehmen habe seine Schutzmaßnahmen übertrieben dargestellt. Zatko habe seine Kollegen davor gewarnt, dass die Hälfte der Server veraltet und anfällig gegen Angriffe sei.

Nachdem Zatko im Januar vom Unternehmen gefeuert worden war, reichte er als Whistleblower eine Beschwerde bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Twitter wies die Vorwürfe zurück und warf Zatko vor, seinem früheren Arbeitgeber schaden zu wollen.

mje/dpa
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