Nach Einstieg Elon Musk zieht doch nicht in den Twitter-Verwaltungsrat ein

Der Kurznachrichtendienst Twitter wollte seinen neuen größten Anteilseigner eigentlich in den Verwaltungsrat holen. Doch nun hat sich Elon Musk überraschend dagegen entschieden – und teilt lieber mal wieder gegen die Plattform aus.
Was hat der Tesla-Chef mit Twitter vor? Elon Musk ist selbst eifriger Nutzer des Onlinedienstes, aber auch einer seiner heftigsten Kritiker

Was hat der Tesla-Chef mit Twitter vor? Elon Musk ist selbst eifriger Nutzer des Onlinedienstes, aber auch einer seiner heftigsten Kritiker

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Political-Moments / IMAGO

Nach seinem überraschenden Einstieg bei Twitter zieht Tech-Milliardär Elon Musk (50) nun doch nicht in den Verwaltungsrat des Konzerns ein. "Elon Musk hat sich entschieden, unserem Aufsichtsrat nicht beizutreten", teilte Twitter-Chef Parag Agrawal (37) am Sonntagabend (Ortszeit) mit. "Ich glaube, dass dies das Beste ist." Man werde weiterhin offen für Musks Input sein. Der Tesla-Chef sollte eigentlich am Samstag den Posten übernehmen, habe sich jedoch am Samstagmorgen dagegen entschieden.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der reichste Mann der Welt 9,2 Prozent der Anteile an Twitter gekauft hatte und damit größter Aktionär wurde. Zunächst hatte es so ausgesehen, als wolle er sich mit einer passiven Rolle als Investor begnügen. Kurz darauf wurde jedoch seine Einberufung in den Verwaltungsrat der Firma öffentlich. Voraussetzung dafür seien eine Hintergrundüberprüfung und eine formelle Einwilligung gewesen, schrieb Agrawal weiter. Musks Einzug in den Verwaltungsrat hätte verhindert, dass er mehr als 14,9 Prozent der Stammaktien besitzen kann.

Musk, mit mehr als 80 Millionen Followern selbst ein eifriger Nutzer des Onlinedienstes, ist schon lange als Kritiker von Twitter bekannt. Der Multimilliardär hat dem Unternehmen wiederholt vorgeworfen, die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Analysten hatten deswegen erwartet, dass Musk nach dem Kauf der Twitter-Aktien bald eine aktive Rolle in dem Unternehmen einnehmen wird.

Erst am Samstag hatte Musk die Überlebenschancen der Plattform auch provokativ infrage gestellt. "Stirbt Twitter?", schrieb Musk in einem Tweet. Dazu stellte er die Statistik der zehn Twitter-Konten mit den meisten Followern und beklagte: "Die meisten dieser "Top"-Accounts twittern selten und posten nur sehr wenige Inhalte."

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Unter den Top Ten der Twitter-Accounts sind jene von Ex-US-Präsident Barack Obama, der Popstars Justin Bieber, Katy Perry, Rihanna, Taylor Swift und Lady Gaga sowie des Fußballstars Cristiano Ronaldo. Musk liegt in der Rangliste mit mehr als 81 Millionen Abonnenten auf Platz acht. Musk schrieb weiter, Taylor Swift habe in den vergangenen drei Monaten gar nichts gepostet. Und Justin Bieber habe im ganzen Jahr nur einen Post abgesetzt.

Der 50-Jährige ist dank seiner Beteiligungen an Tesla und der Weltraumfirma SpaceX der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen aktuell auf 288 Milliarden Dollar.

mg/dpa-afx, AFP