Jobabbau angedeutet Musk strebt eine Milliarde Twitter-Nutzer an

Was hat Elon Musk mit Twitter vor? Bei einer Videokonferenz stellte sich der Tesla-Chef den Fragen der Mitarbeiter und machte deutlich, woran er denkt.
Elon Musk: Ob der reichste Mann der Welt tatsächlich Twitter übernimmt, ist weiterhin offen

Elon Musk: Ob der reichste Mann der Welt tatsächlich Twitter übernimmt, ist weiterhin offen

Foto: Political-Moments / IMAGO

Elon Musk (50) hängt die Latte für Twitter hoch. Bei der ersten Frage-und-Antwort-Runde mit Mitarbeitern des US-Kurznachrichtendienstes gab der Tesla-Chef am Donnerstag das Ziel aus, die Zahl der Nutzer auf mindestens eine Milliarde hochzuschrauben. Das wäre mehr als eine Vervierfachung der Nutzerzahlen: Aktuell zählt Twitter 229 Millionen Nutzer weltweit.

Zugleich will Musk, der im April die Übernahme von Twitter für 44 Milliarden Dollar angekündigt hat, das Wachstum mit weniger Mitarbeitern stemmen. Ein Jobabbau sei seiner Meinung nach vonnöten, ebenso ein Sparkurs, sagte der 50-Jährige während der Videokonferenz: "Im Moment übersteigen die Kosten die Einnahmen." Aber jeder, der für das Unternehmen relevant sei, habe nichts zu befürchten. Ende des vergangenen Jahres zählte Twitter 7500 Mitarbeiter. Facebook kommt zum Vergleich auf 45.000.

Es war das erste Mal, dass Musk Fragen der Twitter-Belegschaft beantwortete. Zu der Videokonferenz erschien er zehn Minuten zu spät und sinnierte über die Existenz von Außerirdischen. Twitter solle der "Zivilisation und dem Bewusstsein" helfen, sagte Musk, der ansonsten wenig Details zur geplanten Übernahme nannte.

Der Tech-Milliardär erklärte weiter, er wolle nach der Übernahme auch bei der Produktentwicklung des Dienstes mitmischen. Er gehe davon aus, dass die Mitarbeiter auf seine Vorschläge zu Funktionen hören würden, so Musk. Gleichzeitig betonte er noch einmal seine Ablehnung gegenüber dem Homeoffice, sagte aber, sollte jemand "außergewöhnlich" sein, könne es wohl erlaubt werden. Er erklärte, an Anzeigen festhalten zu wollen, nur solle sichergestellt werden, dass sie "so unterhaltsam wie möglich" seien.

Reichweite mit Hate Speech: Musk will Plattform wieder für Trump und Co öffnen

Musk bekräftigte den Berichten zufolge auch seine Haltung, dass auf Twitter die Verbreitung radikaler Positionen erlaubt sein müsse. Er selbst befürworte "moderate politische Positionen". Twitter-Nutzer sollten seiner Meinung nach jedoch auch empörende Dinge verbreiten dürfen. Der Milliardär hatte zuvor bereits angekündigt, als Twitter-Eigentümer die Sperre gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump auf der Plattform aufheben zu wollen.

Streit um Fake Accounts: Musk behält sich weiterhin Rückzug vor

Viele Mitarbeiter äußerten sich nach der Besprechung auf dem internen Kommunikationskanal Slack enttäuscht. Die Twitter-Aktie fiel im späteren Handel mehr als 2 Prozent. Wann die Übernahme überhaupt über die Bühne gehen soll, ist indes weiter unklar. Zwischenhatte Musk den Deal für ausgesetzt erklärt, da er Zweifel an den Angaben zur Zahl der Fake-Accounts habe. Twitter konterte, dass Musk die Vereinbarung nicht einseitig auf Eis legen könne und zeigte sich entschlossen, sie durchzusetzen. Musk hat 54,20 Dollar je Twitter-Aktie geboten, der gegenwärtige Kurs liegt bei rund 37 Euro. Viele Beobachter gehen davon aus, dass Musk versuchen wird, den Kaufpreis noch zu drücken.

akn