Kapitalerhöhung Tui sammelt 425 Millionen Euro ein

Mit der dritten Kapitalerhöhung seit Beginn der Corona-Krise hat der Reisekonzern rund 425 Millionen Euro eingesammelt. Tui-Chef Friedrich Joussen will mit dem Geld die Finanzhilfen des Bundes zurückzahlen.
Reisekonzern: Tui hat in der Nacht 162 Millionen Aktien platziert

Reisekonzern: Tui hat in der Nacht 162 Millionen Aktien platziert

Foto: Fabian Bimmer / REUTERS

Der deutsch-britische Reisekonzern Tui hat für die Rückzahlung der Staatshilfen aus der Corona-Krise über Nacht 425 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Es ist die dritte Kapitalerhöhung seit Januar 2021. Mit den Kapitalerhöhungen will das Unternehmen aus Hannover die milliardenschweren Finanzspritzen tilgen, die es nach dem Zusammenbruch des Tourismus in der Corona-Pandemie vom deutschen Staat erhalten hatte.

Insgesamt 162,3 Millionen neue Aktien seien zum Preis von 2,62 Euro platziert worden, teilte Tui in der Nacht zum Mittwoch mit. Mit dem Erlös und mit vorhandenen Barmitteln soll nun eine der beiden Stillen Einlagen des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im Volumen von 671 Millionen Euro zurückgezahlt werden.

Der Staat hatte Tui mit insgesamt 4,3 Milliarden Euro Finanzhilfen in der Corona-Krise vor dem Aus bewahrt. In drei Schritten hat sich der Konzern seither mehr als zwei Milliarden Euro frisches Kapital bei Aktionären geholt. Neben der Tilgung der Stillen Einlage soll nun die Kreditlinie der Staatsbank KfW um 336 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro zurückgefahren werden. Daneben steht noch eine weitere Stille Einlage des WSF über 420 Millionen Euro und eine Optionsanleihe über 59 Millionen Euro aus.

Tui musste wegen der Pandemie Milliardenverluste verkraften, das Reisegeschäft hat sich in den vergangenen Monaten aber deutlich erholt. Vorstandschef Fritz Joussen (59) rechnet in diesem Jahr zumindest operativ mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen. "Die Krise war schwierig, aber der Tourismus ist ungebrochen", hatte er vor wenigen Tagen gesagt. Der Markt floriere, seit die Regierungen die Reisebeschränkungen aufhoben. 85 Prozent des Buchungsniveaus vom Sommer 2019 seien erreicht, seit sechs Wochen lägen die Buchungen sogar darüber.

Mit der Organisation der Platzierung beauftragt waren die Investmentbanken Barclays und HSBC sowie Unicredit. Die neuen Aktien wurden mit einem relativ hohen Abschlag von 9,3 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Dienstag von 2,89 Euro platziert. Am Mittwoch wurden die Papiere mit 2,70 Euro gehandelt.

sio, mg/Reuters
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