Anteilsverkauf Tui macht Hotelbeteiligungen zu Geld

Liquidität ist im angeschlagenen Tui-Konzern derzeit immer willkommen. Nachvollziehbar also, dass die Touristikfirma einen Teil ihrer Beteiligung an den Riu-Hotels abstößt.
Riu-Hotel in Sousse: Tui macht einen Teil seiner Hotelbeteiligungen zu Geld

Riu-Hotel in Sousse: Tui macht einen Teil seiner Hotelbeteiligungen zu Geld

Foto: dpa

Der Reisekonzern Tui verkauft seine Anteile an 21 RIU-Hotels für bis zu 670 Millionen Euro an seine spanischen Partner, die Familie Riu. Die 49-Prozent-Beteiligung an den Hotel-Immobilien, die Tui bisher gemeinsam mit der Familie gehalten hatte, geht an die Saranja SL, die Carmen und Luis Riu gehört, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte.

Rund 540 Millionen Euro bekommt Tui sofort und will damit seine in der Corona-Pandemie stark gestiegenen Schulden drücken. Weitere 130 Millionen Euro könnten hinzukommen, je nachdem wie das Geschäft in den betreffenden Hotels in den nächsten beiden Jahren läuft. In den Büchern von Tui stand die Hotel-Beteiligung zuletzt mit 433 Millionen Euro, sodass ein kräftiger Buchgewinn zu erwarten ist.

Tui und RIU betreiben zusammen insgesamt rund 100 Hotels und Feriendörfer. An dieser operativen Partnerschaft solle sich durch den Verkauf nichts ändern, betonte der deutsch-britische Konzern. "Die Zusammenarbeit wird zukünftig noch klarer auf Marke, Hotelmanagement und Vertrieb ausgerichtet", erklärte Tui. Mit dem Verkauf folge Tui der noch vor der Corona-Krise Ende 2019 beschlossenen Strategie, weniger Immobilien und Grundstücke selbst zu halten und damit Kapital freizusetzen. "Ziel ist die Entkoppelung des Wachstums bei Hotels und Kreuzfahrt-Schiffen von Investitionen." Die Familie Riu hält 3,6 Prozent an Tui.

cr/Reuters
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