Bestätigung der Spekulationen Tui prüft Kapitalerhöhung

Tui-Chef Friedrich Joussen braucht dringend Geld, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Nun bestätigt der Konzern, eine Kapitalerhöhung in Erwägung zu ziehen. Anleger reagieren wenig begeistert.
Tui-Chef Joussen: "Wir müssen diese Zeit ohne nennenswerte Umsätze überbrücken und gleichzeitig den Umbau für die Zeit nach Corona beschleunigen"

Tui-Chef Joussen: "Wir müssen diese Zeit ohne nennenswerte Umsätze überbrücken und gleichzeitig den Umbau für die Zeit nach Corona beschleunigen"

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Der Reisekonzern Tui erwägt vor dem Hintergrund der andauernden Belastungen durch die Covid-19-Pandemie eine Kapitalerhöhung. Diese könne kurz- oder mittelfristig erfolgen, teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend in Reaktion auf entsprechende Presseberichte in Hannover mit. Die Aktie gab am Freitagmorgen vorbörslich rund 2 Prozent nach.

Das mögliche Volumen würde allerdings deutlich unter den dort genannten 1 bis 1,5 Milliarden Euro liegen. Eine Entscheidung darüber, ob eine solche Maßnahme durchgeführt werde, sei noch nicht getroffen worden. Auch Zeitpunkt und Volumen einer solchen Maßnahme stünden noch nicht fest. Der Konzern prüfe derzeit verschiedene Maßnahmen, um sein Finanzpolster in der Corona-Krise zu stärken. Verschieden Medien hatten bereits im September über den Plan einer Kapitalerhöhung berichtet.

Erst am Vortag war die Staatshilfe für Tui einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik hatte wie geplant eine Wandelanleihe in Höhe von 150 Millionen Euro gezeichnet. "Das aufgestockte Stabilisierungspaket mit den Krediten des Staates sichert vor allem die Liquidität während der Pandemie", hatte Tui-Chef Fritz Joussen (57) gesagt. "Wir müssen diese Zeit ohne nennenswerte Umsätze überbrücken und gleichzeitig den Umbau für die Zeit nach Corona beschleunigen."

Die Folgen der Coronavirus-Krise samt Reisebeschränkungen und weniger Flugverkehr treffen Tui hart. Das Unternehmen aus Hannover muss bereits mit rund drei Milliarden Euro an Staatshilfen gestützt werden, die der Konzern in den kommenden Jahren zurückzahlen muss. Wegen der angespannten Lage gilt auch eine Staatsbeteiligung bei Tui als mögliche Alternative. 

mg/dpa-afx/Reuters