Fast ausgebucht Erste Tui-Flieger nach Mallorca gestartet

Mit Tui-Fliegern hat auch der Pauschaltourismus aus Deutschland nach Mallorca wieder begonnen. Der vom Staat gestützte Reisekonzern sieht keine Preisausschläge.
Destination Palma: Fluggäste der Tui am Sonntag auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen

Destination Palma: Fluggäste der Tui am Sonntag auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Nach monatelangen Reisebeschränkungen sind am Sonntag die ersten Flugzeuge des größten Reisekonzerns Tui wieder mit Urlaubern aus Deutschland nach Mallorca gestartet. Am Vormittag hob eine Tuifly-Maschine am Firmensitz in Hannover-Langenhagen ab. Gut 160 der knapp 190 Plätze waren nach Angaben eines Sprechers der Airline gebucht worden. Direkt danach sollte ein weiteres, fast ausgebuchtes Flugzeug von Hannover starten. Auch von Düsseldorf und Frankfurt bot Tuifly je zwei Verbindungen an, von Stuttgart einen Flug. Zum 26. März soll München als Abflughafen hinzukommen.

Das vorläufige Ende der Beschränkungen für mehrere Ferienregionen in Spanien und das Auslaufen der Reisewarnung für die Balearen machen dies möglich. Touristen können unter anderem nun auf eine Quarantänephase nach ihrer Rückkehr verzichten. Andere Fluggesellschaften wie Eurowings fliegen schon seit einigen Tagen von Deutschland nach Mallorca.

Die Nachfrage ist laut Tuifly sehr stark, aber nicht auf dem Niveau vom Ostergeschäft 2019. Die Hotels auf der Insel wurden seit Tagen vorbereitet und das zuvor geplante Angebot ausgeweitet. So hätten nun 10 Prozent der rund 1000 Hotels geöffnet, sagte der Sprecher.

Auf manchen Internetportalen hatte sich das erhöhte Kundeninteresse auch schon in teils deutlich gestiegenen Preisen niedergeschlagen. Zu den eigenen Angeboten meinte Tui, es gebe - zumindest bezogen auf die vorhandenen Kapazitäten - "keine besonderen Ausschläge nach oben". Die Mehrzahl der Mallorca-Kunden habe sich für eine Pauschalreise entschieden, bei der Flüge und Hotelübernachtungen kombiniert werden.

Inlandsreisen in Deutschland und Spanien kaum möglich

Das Wiederanlaufen des Geschäfts auf der Baleareninsel trifft trotz der Sehnsucht vieler Feriengäste nach Reisen und einem Tapetenwechsel nicht überall auf Zustimmung. So fühlen sich die einheimischen Touristiker und Gastronomen im Tui-Stammland Niedersachsen ungerecht behandelt. Hier fehlten weiterhin Öffnungsperspektiven. "Wir können da schon nicht mehr über Enttäuschung sprechen", sagte der regionale Chef des Verbands Dehoga, Rainer Balke. "Bei vielen ist es eine tiefsitzende Frustration." Das Unverständnis ist besonders an der Nordseeküste groß, wo noch immer auf ein Ostergeschäft gehofft werde.

Die Landesregierung sah wegen steigender Corona-Neuinfektionen und mehr Patienten auf Intensivstationen zuletzt kaum noch eine Chance auf Osterurlaub im eigenen Land. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (54, CDU) schlug vor, den Inzidenzwert zu einem gewichteten Risikowert weiterzuentwickeln. Auf Mallorca waren die Zahlen jüngst aber auch so schon deutlich niedriger als in den meisten Regionen Deutschlands. Allerdings gelten auch innerhalb Spaniens weiterhin Reisebeschränkungen. Gäste aus anderen Regionen dürfen nicht anreisen.

Tui ist in diesem Jahr betriebswirtschaftlich auf jeden einzelnen Geschäftstag angewiesen. Der weltgrößte Reisekonzern wird mit staatlichen und privaten Hilfen in Milliardenhöhe gestützt. In den kommenden Wochen plant Tui den Neustart auch in weiteren Urlaubsregionen.

ak/DPA