Reisekonzern Tui mit erstem operativem Gewinn seit Corona-Pandemie

Der Reisekonzern Tui hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Verlust um 90 Prozent verringert und operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Eine geplante Kapitalerhöhung vergrätzt jedoch die Anleger.
Tui: Verlust verringert, doch die Kapitalerhöhung belastet die Aktie

Tui: Verlust verringert, doch die Kapitalerhöhung belastet die Aktie

Foto: LUKAS KREIBIG/ AFP

Der Reisekonzern Tui steht wegen eines wieder deutlich stabileren Tourismusgeschäfts nach der Corona-Krise vor der baldigen Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Der Reiseanbieter verbuchte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 (bis Ende September) unter dem Strich noch einen Verlust von 277 Millionen Euro. Damit gelang es den Hannoveranern aber, den Netto-Fehlbetrag bereits auf etwa ein Zehntel seines Vorjahreswerts (2,47 Milliarden Euro) zu drücken. Vor Steuern und Zinsen sowie um weitere Faktoren bereinigt verdiente der Konzern nach Angaben vom Mittwoch 409 Millionen Euro, 2020/2021 hatte er auf dieser Basis noch über zwei Milliarden Euro verloren.

Die Buchungen der Kunden hatten in den vergangenen Monaten spürbar angezogen. Die Tui-Gruppe arbeitete sich damit weiter schrittweise aus dem Nachfrageeinbruch während der Pandemie heraus.

Aktie rutscht ab

Anleger hatten jedoch mehr erwartet: Die Aktie, die seit Mitte Oktober einen Erholungsversuch gestartet und deutlich zugelegt hatte, geriet am Mittwoch nach Bekanntgabe der Zahlen wieder deutlich unter Druck und verlor mehr als 6 Prozent an Wert.

Analyst Richard Clarke von Bernstein Research sprach mit Blick auf den Geschäftsbericht des Tourismuskonzerns von einem versöhnlichen Jahresabschluss. "Das Thema" sei aber die Kapitalerhöhung. Am Vorabend hatte Tui angekündigt, dass man mit frischem Geld die Rückzahlung der verbliebenen Staatshilfen aus der Corona-Krise angehen will. Zudem will man mit einem "Reverse Split" die Aktienanzahl verringern und für 10 alte Anteile einen neuen ausgeben, womit die Aktien optisch wieder deutlich teurer werden.

"Der Sommer war stark", sagte der neue Vorstandschef Sebastian Ebel. Tui konnte von der wieder anziehenden Reisenachfrage profitieren, und die Preise für viele Urlaubsangebote erhöhten sich. Der Umsatz im Gesamtjahr lag mit 16,5 Milliarden Euro rund dreieinhalb Mal so hoch wie im Corona-Jahr 2021. Auch der Ausblick auf die kommenden Monate fiel positiv aus: Die Buchungen für den Winter 2022/2023 seien stabil. Wie Ebel den schwer angeschlagenen Konzern wieder stabilisieren will, lesen Sie hier. 

la/dpa
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