Trotz gesenkter Energiesteuer Spritpreise steigen wieder deutlich

Am 1. Juni hatte die Bundesregierung die Spritsteuer deutlich gesenkt. Doch zum langen Pfingstwochenende stiegen die Benzinpreise bereits wieder kräftig an. Laut ADAC laufen die Preise "komplett in die falsche Richtung".
Abzocke der Autofahrer: Mineralölkonzerne, Raffinerien und Tankstellenbetreiber steigern derzeit ihre Gewinnmargen

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Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Steigende Benzinpreise zu Pfingsten - trotz deutlich gesenkter Spritsteuer: Am Samstagvormittag stieg der Preis für Super E10 erneut, wie der ADAC auf Anfrage mitteilte. Diesel lag in etwa auf dem Niveau des Vortages. Beide Kraftstoffe waren damit dem Verkehrsclub zufolge zu teuer. "Da kommt deutlich zu wenig beim Verbraucher an", sagte ein Sprecher. "Die Entwicklung geht in die komplett falsche Richtung."

Konkret kostete Super E10 am Samstag um 9.50 Uhr laut ADAC im bundesweiten Durchschnitt 1,960 Euro pro Liter. Das waren 1,6 Cent mehr als 24 Stunden zuvor. Diesel schlug mit 2,001 Euro pro Liter zu Buche - das entspricht dem Wert des Vortageszeitraums.

Angesichts der Entwicklung erwartete der ADAC auch für den Samstag einen im Vergleich zum Vortag weiter steigenden Tagesdurchschnittspreis bei E10. Die Tagesdurchschnittspreise sind allerdings typischerweise niedriger als die Werte um 9.50 Uhr, da Kraftstoff zum Abend hin meist billiger wird.

3 Tage Preiserhöhungen in Folge

Schon am Donnerstag und Freitag waren die Preise gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Freitags hatte E10 1,921 Euro pro Liter gekostet, Diesel 1,969 Euro. Damit war E10 um 26,1 Cent billiger als am Tag vor der Steuersenkung, Diesel um 7,5 Cent. Beides bleibt deutlich hinter der Höhe der Steuersenkung zurück, die bei E10 eine Entlastung von 35,2 Cent pro Liter bewirkt, bei Diesel von 16,7 Cent.

Der Bundesverband freier Tankstellen erklärte, die Herausforderung bestehe darin, den durch die Senkung der Energiesteuer niedriger besteuerten Sprit von den Raffinerien und Lagern in ausreichender Menge rasch an die Tankstellen zu bekommen. Der Füllstand der Tanks an den Tankstellen habe zum Teil zunächst nur bei 20 bis 30 Prozent gelegen. Denn volle Tanks mit der alten Steuerlast seien unter kaufmännischen Gesichtspunkten nicht verkraftbar.

dri/dpa-afxp
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