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Tolle Idee

Springer Verlag: Die Führung geht nach Berlin.
Von Klaus Boldt
aus manager magazin 2/2001

Hauptstadt-Sog samt Berlin-Lyrik ("Da geschieht etwas /Aufregendes/Spannendes/Da müssen wir hin") hat auch den Axel Springer Verlag erfasst: Wenn es nach dem Willen des designierten Vorstandschefs Mathias Döpfner (38) geht, verlegt Europas größter Zeitungshersteller seine Firmenzentrale schon im kommenden Jahr von Hamburg nach Berlin.

Mit der noch inoffiziellen Entscheidung, das geistige Zentrum des Medienhauses zu verlagern, überführt der Manager einen Traum Axel Springers ins Reale: 1966 hatte der Stammesvater an der Mauer ein mahnmalendes Verlagshaus eingeweiht als 19-stöckigen Ausdruck "unseres festen Glaubens an die geschichtliche Einheit dieser Stadt und an die geschichtliche Einheit Deutschlands".

Wer bei Springer künftig teilhaben will an Großem, kann dies wohl nur noch in der Ich-hätte-hier-wasfür-Sie-Nähe zu den Residenzen von Verlegerwitwe Friede Springer (Grunewald) und Konzernchef Döpfner (Potsdam). Das Kreuzberger Hauptquartier wird zur Zeit für 340 Millionen Mark erweitert; den Umzug in die Hauptstadt planen bereits die "Welt am Sonntag" und die Online-Zeitung "Bild.de".

Vertrauten meldete Döpfner, einer der seltenen Musikwissenschaftler, die nicht Klavier spielen können, er sei "heilfroh, aus Hamburg weg zu sein"/Berlin sei aufregend/Da tue sich was. Klaus Boldt

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