Walmart und Microsoft im Rennen vorne TikToks US-Geschäft soll angeblich 30 Milliarden Dollar kosten

Erstmals kursiert ein Betrag, den die chinesische Muttergesellschaft Bytedance offenbar für das US-Geschäft von TikTok verlangt - und den bislang niemand zu zahlen bereit ist.
Zum Verkauf gezwungen: Mutter Bytedance hat trotz laufender Frist präzise Preisvorstellungen für das TikTok-US-Geschäft

Zum Verkauf gezwungen: Mutter Bytedance hat trotz laufender Frist präzise Preisvorstellungen für das TikTok-US-Geschäft

Foto: Dado Ruvic/ REUTERS

Dass der Verkauf des US-Geschäfts der chinesischen App TikTok noch nicht vorangekommen ist, könnte auch an den ambitionierten Preisvorstellungen der TikTok-Mutter Bytedance liegen. Bytedance verlangt offenbar 30 Milliarden Dollar (rund 25 Milliarden Euro) für die US-Geschäfte von TikTok. Das berichtet das "Wall Street Journal " am Freitag in seiner Online-Ausgabe. Bisher sei jedoch keiner der Bieter bereit gewesen, über dieses Preisniveau auch nur zu verhandeln, so die Zeitung.

Wie das "WSJ" weiter schreibt, habe Twitter in den vergangenen Wochen inoffiziell ein Angebot um die zehn Milliarden US-Dollar für die US-Geschäfte ins Gespräch gebracht.

Offen ist, wie die Offerte aussieht, die der amerikanische Supermarkt-Riese Walmart  gemeinsam mit dem IT-Konzern Microsoft  vorlegen will oder bereits vorgelegt hat. Beide Unternehmen bemühen sich gemeinsam um den Zuschlag für TikTok in den USA, wie am Donnerstag bekannt geworden war. Die Aktien von Walmart und Microsoft erhielten durch diese Berichte merklich Aufwind.

Teil des Plans dabei ist, die App als Plattform für Online-Verkäufe zu nutzen. Das Bieter-Duo soll im Rennen um die populäre Video-App die Nase vorn haben.

Microsoft und Walmart in der Pole Position

Die Integration von E-Commerce und Werbung bei TikTok sei von Vorteil für Nutzer und Video-Autoren, erklärte Walmart in einer Stellungnahme dem Sender CNBC und der Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend. Walmart glaube, dass eine Partnerschaft mit Microsoft rund um TikTok in den USA dem Konzern einen wichtigen Weg geben könnte, um Verbraucher zu erreichen und auch eine Plattform für andere Händler aufzubauen. Walmart konkurriert im Online-Handel in den USA mit dem Branchenprimus Amazon .

US-Präsident Donald Trump (74) hatte amerikanischen Firmen und Bürgern Geschäfte mit TikTok untersagt, das Verbot soll Mitte September greifen. Ohne einen Verkauf droht TikTok damit das Aus in den Vereinigten Staaten. Trump bezeichnet TikTok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Behörden Zugriff auf Daten von Amerikanern bekommen könnten. TikTok und Bytedance wiesen den Vorwurf zurück und zogen diese Woche vor Gericht.

Microsoft verhandelt derzeit über einen Kauf des Geschäfts von TikTok in den USA sowie Kanada, Neuseeland und Australien. Auch der Software-Konzern Oracle  soll laut Medienberichten gemeinsam mit mehrere prominenten Start-up-Investoren an TikTok interessiert sein. Laut "WSJ" ist das Duo Microsoft und Walmart der Spitzenkandidat im Rennen um die App.

Nach Angaben der Zeitung hat die Google-Mutter Alphabet  mit Bytedance Gespräche geführt, die aber ohne Ergebnis endeten. Zudem soll Walmart zuerst gemeinsame Schritte mit Alphabet erwogen haben. Der japanische Investor Softbank soll seine Pläne für ein Angebot aufgegeben haben, schreibt die Zeitung weiter.

cr/dpa-afx
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