Druck auf Verkauf von TikTok USA erhöht Trump erwägt Verbot von Alibaba

Mit seinem harten Vorgehen gegen TikTok hat Donald Trump bereits Verhandlungen über den Verkauf des US-Geschäfts der populären App ausgelöst. Jetzt legt er noch einmal nach und erwägt, auch Alibaba zu verbieten.
Microsoft bereits im Gespräch mit Bytedance

Microsoft bereits im Gespräch mit Bytedance

Foto: Dado Ruvic/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump (74) erhöht den Druck auf die Video-App TikTok und ihren chinesischen Mutterkonzern ByteDance. Am Wochenende ordnete Trump an, dass Bytedance sich binnen drei Monaten von allen Daten von Nutzern in den Vereinigten Staaten trennen müsse. Auch dürfe ByteDance in den USA danach kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von TikTok genutzt werde. Die Frist kann einmal um bis zu 30 Tage verlängert werden. Die Verfügung setzt damit einen engeren Zeitrahmen für die laufenden Verhandlungen über einen Verkauf des US-Geschäfts von TikTok.  Am Samstag verkündete er auf einer Pressekonferenz in seinem Golfclub in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey, dass er auch ein Verbot des chinesischen Technologie-Giganten Alibaba in den USA prüfe.

Trump hatte bereits unter Verweis auf die Datensicherheit Geschäfte von US-Amerikanern mit TikTok untersagt, den Vollzug der Verfügung allerdings bis Mitte September ausgesetzt. Wenn sie greift, würde das bereits das Ende der App in den USA bedeuten. Zusammen mit der neuen Verfügung heißt das, dass ein Deal bis Mitte September vereinbart - und bis spätestens Mitte Dezember vollzogen werden muss. Microsoft verhandelt bereits mit ByteDance über die Übernahme des TikTok-Geschäfts in den USA und mehreren weiteren Ländern. Einem Medienbericht zufolge soll auch Twitter Gespräche über TikTok geführt haben. TikTok hat nach eigenen Angaben 100 Millionen Nutzer in den USA.

Die Regierung in Washington warnt schon länger, über TikTok könnten Daten von US-Amerikanern in die Hände chinesischer Behörden geraten. TikTok versichert, Chinas Regierung habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten und habe dies auch nie verlangt. Die Daten von US-Nutzern würden in den USA gespeichert und verarbeitet.

Bei seiner neuen Verfügung nahm Trump formell den Kauf der App Musical.ly durch ByteDance ins Visier, aus der später TikTok hervorging. Der Präsident untersagte die 2017 vollzogene Transaktion. Grundlage dafür war ein Verfahren bei dem Gremium CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United States), das ausländische Investitionen in den USA überprüft.

TikToks Vorgänger-App Musical.ly wurde 2014 mit Hauptsitz in Los Angeles und Shanghai von den beiden Chinesen Luyu Yang und Alex Zhu gegründet. 2017 wurde das Unternehmen für etwa 800 Millionen Dollar an das chinesische Internetunternehmen ByteDance verkauft. 2018 ging Musical.ly schließlich in die App TikTok auf und der Name verschwand. ByteDance soll laut Bloomberg 2019 einen Gewinn von drei Milliarden Dollar erwirtschaftet haben, der Gesamtumsatz lag demnach bei 17 Milliarden Dollar.

Im Mai dieses Jahres wurde der ehemalige Disney-Manager Kevin Meyer (58) zum CEO von TikTok und zum COO der Muttergesellschaft ByteDance ernannt. Meyer hatte zuvor lange Zeit als Kronprintz bei Disney gegolten. Hierzulande wurde mit dem Ex-Axel-Springer-Manager Tobias Henning (41) erst in der vergangenen Woche ein Chef für TikTok Deutschland gekürt. Auch ist Frankfurt am Main neben anderen Städten als TikTok-Zentrale für Europa im Gespräch.

akn/dpa/Reuters
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