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Start-up-Szene Die brutalen Einhornjäger von Tiger Global

Der Hedgefonds Tiger Global wälzt mit aggressivem Tempo die Wagniskapitalszene um. Finanzierungen für Start-ups gibt es inzwischen fast so schnell wie Geld am Automaten. Das Geschäftsmodell treibt immer mehr Investoren ins Risiko.
aus manager magazin 9/2021
Der Name ist Programm: Scott Shleifer (l.) und Chase Coleman sind auf ihren Kaufzügen mit ihrem Fonds Tiger Global schneller als die Rivalen – und aggressiver

Der Name ist Programm: Scott Shleifer (l.) und Chase Coleman sind auf ihren Kaufzügen mit ihrem Fonds Tiger Global schneller als die Rivalen – und aggressiver

Fotos [M]: Shutterstock, Amanda Gordon / Bloomberg (2)

Es war der Start-up-Deal überhaupt in Paris. Das Who's who der Investoren stand Schlange, mit großzügigen Angeboten und in der Hoffnung, die Gunst des Gründerteams von Ankorstore zu gewinnen. Dann kam Tiger Global.

Der New Yorker Fonds überbot kurzerhand die Konkurrenz und sicherte sich den Einstieg beim französischen Onlinemarktplatz. Rund 100 Millionen Dollar flossen im Mai, Tiger Global bewertete das Start-up mit mehr als 600 Millionen. Keine Chance für den Rest der Brut: Sie hatten die Firma, nicht mal zwei Jahre alt, zuvor zunächst mit rund 150, dann mit 365 Millionen Dollar bewertet.

Tiger hatte wieder einmal zugebissen.

Die Wagniskapitalbranche, Geburtshelfer von Techstars wie Apple, Google, Instagram, Shopify oder Slack, ist zunehmend enerviert. Mit blitzschnellen Entscheidungen und Mondpreisen wie im Fall der collaboration française erschüttert Tiger Global die Fundamente der Szene.

Das Tempo von Tigers Rudelführer Scott Shleifer (44) und seinem Techstrategen John Curtius ist atemberaubend: Durchschnittlich bei etwa einem Start-up pro Tag kaufen sich die beiden ein. Dieses Jahr waren es bis Anfang August schon mehr als 200, über die Hälfte davon auf dem Papier mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet, im Branchenjargon "Einhörner" genannt.

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